SUPPLEMENT: Reisemagazin

Kalifornischer Wein: Probieren lohnt

Fierlings, Jörg

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Mit importierten Weinreben aus Europa begann 1830 die Geschichte des kommerziellen Weinanbaus in Kalifornien. Foto: California tourism
Mit importierten Weinreben aus Europa begann 1830 die Geschichte des kommerziellen Weinanbaus in Kalifornien. Foto: California tourism
Es dauerte fast 150 Jahre, bis der Wein aus dem Südwesten der USA international hoffähig wurde.

Kalifornien ist zwar schon seit 1770 Weinanbaugebiet, aber erst in den letzten Jahrzehnten hat es sich hinter Frankreich, Spanien und Italien zum viertgrößten Weinproduzenten gemausert. Den ersten kalifornischen Wein bauten spanische Missionare als Messwein an. Doch erst im 19. Jahrhundert wurde er mithilfe des Wissens von Auswanderern aus Frankreich, Deutschland, Italien und Ungarn hoffähig. Den Grundstein für den kommerziellen Weinbau legte der aus Bordeaux stammende Franzose Jean Louis Vignes. Mit importierten Weinreben aus Europa begann er um 1830, die günstige Lage Kaliforniens für den Weinanbau zu nutzen. Bis zur internationalen Anerkennung dauerte es allerdings fast 150 Jahre. Etwas mehr als die Hälfte des kalifornischen Weins besteht aus weißen Rebsorten, darunter Chardonnay oder Sauvignon blanc. Bei den Rotweinsorten dominieren der eigenständige Zinfandel und Cabernet Sauvignon, aber auch der Merlot hat deutlich dazu gewonnen.
Napa Valley ist das bekannteste Weinanbaugebiet Kaliforniens und nur eine Autostunde von San Francisco entfernt. Dort ist die Niebaum-Coppola Estate Winery mit bis zu einer halben Million Besuchern pro Jahr eines der meistbesuchten Weingüter. Teilhaber der Kellerei ist der amerikanische Regisseur Francis Ford Coppola, der mit Filmen wie „Apocalypse Now“ oder „Der Pate“ Weltruhm erlangte.
Unendliche Fässerreihen: Mit bis zu einer halben Million Besuchern jährlich ist die Niebaum- Coppola-Kellerei eine der meistbesuchten im Napa Valley.
Unendliche Fässerreihen: Mit bis zu einer halben Million Besuchern jährlich ist die Niebaum- Coppola-Kellerei eine der meistbesuchten im Napa Valley.
Viele kleine Weingüter findet man über das Internet oder durch einfaches Umherfahren in den Weinanbaugebieten. Im Napa Valley stößt man so auf Manfred Esser, der mit seiner Familie seit 30 Jahren in den USA lebt. Esser war lange Zeit Präsident des Weingutes Cuvaison bei St. Helena, bevor er vor wenigen Jahren den Traum einer eigenen Kellerei verwirklichte. Zusammen mit Paul Moser, einem der führenden Önologen Kaliforniens, entstehen so „Weine, die gar nicht so wuchtig schmecken, wie sonst in Kalifornien üblich, sondern eher verspielt daherkommen“ (Pit Falkenstein, Weinautor). Höchste Qualität zu niedrigem Preis – lautete Essers Ziel. Der Erfolg spricht für sich. 40 000 Kisten Wein exportieren die „Esser-Cellars“ inzwischen in 20 Länder, unter anderem nach Deutschland.
Kaum bekannt als Weinanbaugebiet ist bisher Calveras County. Mitten in der Region des einstigen Goldrausches haben sich hier in den letzten Jahrzehnten viele Winzer niedergelassen. Die Kautz Ironstone Winery zählt zu den größeren Kellereien. John Kautz begann bereits vor mehr als 50 Jahren mit dem Weinanbau, war aber bis Ende der 80er-Jahre nur Zulieferer für andere Kellereien, bevor er seinen eigenen Wein kreierte. Inzwischen ist der Familienbetrieb eine bekannte Adresse für Weinproben und Kellereiführungen.
Deutlich kleiner und auch jünger sind die Weinberge der Irish Family, die sich mit diesem Gut zwischen Angels Camp und Murphys ebenfalls einen Traum verwirklichte.
Auf Höhen bis zu 700 Metern wachsen hier unter kühleren Bedingungen die klassischen Weinsorten. Der Anbau in höheren Lagen hat sich seit den 60er-Jahren unter dem Begriff „Cool climate viticulture“ etabliert. Jörg Fierlings


Informationen:
Bester Ausgangspunkt für den Besuch der kalifornischen Weinanbaugebiete ist San Francisco. Touren durch die großen Kellereien können direkt im Internet oder auch über die Reiseveranstalter gebucht werden. Eine gute Übersicht verschafft eine Karte der American Automobile Association (AAA) „Wineries Guide Map Northern California“. ADAC-Mitglieder können sich vor Ort kostenfrei in jedem AAA-Büro beraten lassen. Dort sind zum Teil auch günstige Angebote für Führungen und Übernachtungen buchbar.
Die größeren Kellereien bieten in der Regel gute Weinproben und spektakuläre Führungen. Die kleineren Güter, die meist nicht so einfach zu finden sind, bieten die intimere Atmosphäre. Dort kann man mit ein bisschen Glück Weine probieren, die nirgendwo anders zu finden sind. Die erwähnten Kellereien sind unter folgenden Internetadressen zu erreichen: www.rubiconestate.com, www.beringer.com, www.esservineyards.com, www.ironstonevineyards.com, www.irishvineyards.net.
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