SUPPLEMENT: Reisemagazin

Schlafen Sie gut ... in historischen Gemäuern

Berg, Detlef

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LNSLNS Gast auf einer Burg, einem Schloss oder in einem Herrenhaus zu sein, ist längst kein Privileg des Adels mehr. Einige Anwesen dienen heute als Hotels: drei Tipps für einen romantischen Kurzurlaub.


Früher Arbeiterherberge, heute Viersternekomfort: Burghotel Hardenberg. Fotos: Detlef Berg
Früher Arbeiterherberge, heute Viersternekomfort: Burghotel Hardenberg. Fotos: Detlef Berg
Burghotel Hardenberg
Stolz erhebt sich die 1 000 Jahre alte Burg derer von Hardenberg in den Himmel. Vom Burgturm aus schweift der Blick über die liebliche Landschaft bis hin zu den Kirchturmspitzen der Universitätsstadt Göttingen. Dort begann Heinrich Heine 1824 seine berühmte Harzreise und notierte: „Es liegen noch viele andere Burgruinen in dieser Gegend. Der Hardenberg bei Nörten ist aber die schönste.“ Die malerisch auf dem Felssporn gelegene Ruine ist nach sorgfältiger Restaurierung wieder für Besucher zugänglich.
Am Fuß des Felsens liegt das Burghotel Hardenberg. In dem historischen Fachwerkensemble wohnten früher die Arbeiter des Gutes Hardenberg, das bis heute berühmt für seine Kornbrennereien ist. Ab 1954 wurde es zum Hotel umgebaut und präsentiert sich heute mit Viersternekomfort. Die 44 Zimmer sind individuell im Landhausstil eingerichtet. Ein Schmuckstück ist das Sophienzimmer. Es ist eine Referenz an Friedrich von Hardenberg, besser bekannt unter dem Namen Novalis. Für den bedeutendsten Dichter der Frühromantik war seine Jugendliebe Sophie der Leitstern.
Die Gäste haben die Wahl zwischen der rustikalen Keilerschänke und dem Gourmetrestaurant Novalis. In der Keilerschänke werden vor allem deftige und regionale Spezialitäten aufgetragen. Feinschmecker verwöhnt Küchenchefin Katja Burgwinkel im Restaurant Novalis. Beliebt sind die Wildgerichte aus dem eigenen Forst, leicht und raffiniert zubereitet. Zu bestimmten Terminen lässt sich die Küchenchefin auch in die Töpfe schauen und kocht zusammen mit Gästen.
Informationen: Hardenberg Burghotel, Hinterhaus 11a, 37176 Nörten-Hardenberg, Telefon: 0 55 03/98 10, Internet: www.hardenberg-burghotel.de; Doppelzimmer ab 155 Euro.


Ausgezeichnete Adresse auch für Heiratswillige: Burg Wernberg
Ausgezeichnete Adresse auch für Heiratswillige: Burg Wernberg
Burg Wernberg
Auf der Burg Wernberg hat sich ein kleines Wunder zugetragen. Nachdem die am Rand des Oberpfälzer Waldes hoch über der Gemeinde Wernberg-Köblitz gelegene Burganlage lange Zeit zu verfallen drohte, wurde sie 1997 doch noch aufwendig renoviert. Wer heute über die Zugbrücke schreitet, findet sich in einem märchenhaften Ambiente wieder. Durch einen kleinen Innenhof gelangt man zur Rezeption. 30 Zimmer und Suiten verbergen sich hinter den dicken Mauern. Die zu Stein gewordene Geschichte geht dabei eine harmonische Verbindung mit den Annehmlichkeiten des neuen Zeitalters ein. Radio und Fernseher etwa sind in einem speziell angefertigten Möbel im alten Stil untergebracht. Überall finden sich geschmackvolle Antiquitäten, die die Besitzer über Jahre hinweg zusammengetragen haben. Den Burgcharakter wahren einige Zimmer durch ihre Baldachinbetten, und in den Bädern unterstreichen alte Waschtische und durch Fliesen angedeutete Zinnen den Charakter der einst wehrhaften Anlage.
Für das leibliche Wohl sorgt Sternekoch Christian Jürgens. Die Gäste haben die Wahl zwischen der gehobenen Art des Speisens im Gourmetrestaurant Kastell, der Regionalküche in der Burgschänke und im Sommer der Einkehr zu Brezen, Radi und Bier im Arkadenhof. Wernberg ist außerdem eine ausgezeichnete Adresse für Heiratswillige: Für kirchliche Trauungen steht die Kapelle bereit, für die standesamtliche Zeremonie der Fürstensaal.
Informationen: Hotel Burg Wernberg, Schlossberg 10, 92533 Wernberg-Köblitz, Telefon: 0 96 04/93 90, Internet: www.burg-wernberg.de; Doppelzimmer ab 160 Euro.


Zimmer mit Aussicht und Küche mit Michelin- Stern: Hotel Hohenhaus
Zimmer mit Aussicht und Küche mit Michelin- Stern: Hotel Hohenhaus
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Hotel Hohenhaus
„Das Dorf Holzhausen liegt beinahe ganz versteckt in einer fast kesselförmigen Vertiefung des südlichen Theils des sogenannten Ringgaugebirges zu Füßen der Brandenfels, auf drei Seiten von gebirgigen Anhöhen, theils Waldungen umgeben, nur in Richtung nach Süden etwas offen“– so beschrieb der Katasterbeamte Johann Heckert die Lage des Rittergutes Hohenhaus im Jahr 1841. Längst ist aus dem Rittergut ein charmantes Landhotel geworden. Geblieben ist die Abgeschiedenheit jenseits der Hauptstraßen zwischen Bad Hersfeld und Eisenach. „Unsere Gäste fallen in ein tiefes Loch der Erholung“, sagt Hausherr Hannes Horsch. „Hier hören sie keine Flugzeuge, und die nächste Landstraße ist einen Kilometer entfernt.“
Hohenhaus kann auf eine 400-jährige bewegte Geschichte zurückblicken. Zentrum der weitläufigen Anlage ist ein schlossartiges Cottage im englischen Stil, das 1901 durch den Umbau alter Gutsgebäude entstand. Seit 1982 werden zahlende Gäste empfangen. Sechs mit wertvollen Antiquitäten ausgestattete Zimmer befinden sich im Cottage, die restlichen 20 Gästezimmer sind im Obergeschoss der Remise entstanden, die einst als Pferdestall diente. Die geschmackvoll eingerichteten Zimmer haben allesamt Aussicht – entweder auf das Blutbuchental oder den Lindenhof. Eine großzügige Lobby empfängt die Ankömmlinge. Zentrum der lang gestreckten Halle mit bodentiefen Fenstern ist ein Kamin, in dem am Abend die Holzscheite prasseln.
Im Restaurant lockt Ingo Bockler mit seiner Kochkunst Feinschmecker aus der ganzen Region an. Im Umkreis von 200 Kilometern ist Hohenhaus das einzige Restaurant mit Michelin-Stern. Zum Hotel gehören auch zwei Tennisplätze, ein Hallenbad, Sauna, Solarium und Massageräume. Wellness bietet aber vor allem die Natur. Rund 1 680 Hektar Wald und Wiese gehören zum Gut. Hohenhaus ist eine ländliche Idylle.
Informationen: Hotel Hohenhaus, 37293 Herleshausen/Holzhausen, Telefon: 0 56 54/98 70, Internet: www.hohenhaus.de; Doppelzimmer ab 170 Euro.
Detlef Berg

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