ArchivDeutsches Ärzteblatt42/2006Parallelimporte: Arzneipreise sinken nicht zwingend

AKTUELL

Parallelimporte: Arzneipreise sinken nicht zwingend

Dtsch Arztebl 2006; 103(42): A-2750 / B-2390 / C-2302

Spielberg, Petra

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS
Profiteure des Parallelhandels mit Arzneimitteln sind weder die Patienten noch die Kostenträger, sondern die Händler. Foto: dpa
Profiteure des Parallelhandels mit Arzneimitteln sind weder die Patienten noch die Kostenträger, sondern die Händler. Foto: dpa
Das Europäische Gericht Erster Instanz hat eine Entscheidung der EU-Kommission teilweise für nichtig erklärt. Diese hatte dem Pharmaunternehmen GlaxoSmithKline (GSK) eine Preisdifferenzierung im Parallelhandel mit Arzneimitteln untersagt, weil diese den Wettbewerb beschränke (Az.: T-168/01). Der Parallelhandel mit Medikamenten innerhalb des europäischen Binnenmarkts führe nicht zwangsläufig zu sinkenden Preisen, weil diese in der Regel staatlich kontrolliert würden, urteilte dagegen das Gericht und widersprach damit der EU-Kommission, die im Parallelimport ein Instrument für den Preiswettbewerb sieht.
Verhandelt wurde der Fall der spanischen Tochterfirma von GSK. Diese verlangt von den spanischen Großhändlern einen höheren Preis für diejenigen Medikamente, die diese in andere Mitgliedsländer der Europäischen Union (EU) ausführen, als für die Produkte, die die Großhändler auf dem heimischen Markt vertreiben. Mit der Preisdifferenzierung wollte GSK den Parallelhandel einschränken, bei dem Händler die Ware in einem Niedrigpreisland günstig einkaufen, um sie in einem Hochpreisland teuer weiterzuverkaufen. Die meisten EU-Länder fördern diesen inzwischen.
Eine Studie der London School of Economics and Political Science stützt die These des Gerichts. Auch die Wissenschaftler kommen zu dem Ergebnis, dass Parallelimporte nicht zu den gewünschten Einsparungen in den Gesundheitssystemen führen. Nicht die Kostenträger und Patienten profitierten vom Parallelhandel, sondern die Händler. ps
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema