ArchivDeutsches Ärzteblatt42/2006Kolorektales Karzinom – Frühdiagnose durch Nachweis von Tumor-DNA im Stuhl: Schlusswort
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LNSLNS Ziel unseres Artikels war es, die molekularbiologischen Ansätze zur Frühdiagnose des kolorektalen Karzinoms darzustellen und zu beurteilen. Empfehlungen zur Verwendung des fäkalen okkulten Bluttests (Hämoccult-Test) haben wir bewusst vermieden. Um die diagnostische Effizienz eines Stuhl-DNA-Screenings einzuschätzen, ist der Vergleich mit dem Hämoccult-Test jedoch hilfreich, weil die meisten Ärzte diesen aus eigener Erfahrung kennen. Im Gegensatz zu den bekannten prospektiven Studien zum Hämoccult-Test vergleicht die im New England Journal publizierte Arbeit (1) die Ergebnisse der Stuhluntersuchung mit einer zum selben Zeitpunkt durchgeführten Koloskopie als Referenzmethode. Von den in dieser Studie koloskopisch gesicherten 71 fortgeschrittenen Neoplasien (invasive Karzinome und hochgradig dysplastische Adenome) deckte der Hämoccult-Test zehn Erkrankungen auf, also nur 14,1 Prozent. Dieses Ergebnis wirft die Frage auf, inwieweit der Nutzen des Hämoccult-Tests dadurch geschmälert wird, dass Patienten mit einem negativen Ergebnis nicht koloskopiert werden, obwohl sie an einer dringend behandlungsbedürftigen fortgeschrittenen Neoplasie leiden.

Dr. med. Peter Tschentscher
Prof. Dr. med. Christoph Wagener, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Institut für Klinische Chemie/Zentrallaboratorien
Martinistraße 52, 20246 Hamburg

Interessenkonflikt
Die Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt im Sinne der Richtlinien des International Committee of Medical Journal Editors besteht.
1.
Imperiale TF et al. for the Colorectal Cancer Study Group: Fecal DNA versus fecal occult blood for colorectal-cancer screening in an average-risk population. N Engl J Med 2004; 351: 2704–14. MEDLINE
1. Imperiale TF et al. for the Colorectal Cancer Study Group: Fecal DNA versus fecal occult blood for colorectal-cancer screening in an average-risk population. N Engl J Med 2004; 351: 2704–14. MEDLINE

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