ArchivDeutsches Ärzteblatt43/2006Nutzenbewertung: Harter Schlagabtausch

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Nutzenbewertung: Harter Schlagabtausch

Rabbata, Samir

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Institutsleiter Peter Sawicki: Das IQWiG arbeitet transparent. Foto: IQWiG
Institutsleiter Peter Sawicki: Das IQWiG arbeitet transparent. Foto: IQWiG
Die Pharmaindustrie hat den Leiter des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), Prof. Dr. med. Peter Sawicki, scharf kritisiert. „Studien der Industrie zur Nutzenbewertung von Arzneimitteln werden vom Institut ohne Begründung abgelehnt“, sagte Dr. Heinz-Werner Meier, Deutschland-Chef von Sanofi-Aventis, bei einer Veranstaltung des Verbandes Forschender Arzneimittelhersteller in Berlin. Zudem sei die Auswahl der vom IQWiG beauftragten Gutachter fragwürdig. Nicht die weltbesten Experten würden rekrutiert, sondern Wissenschaftler aus dem Umkreis des Institutsleiters, deren kritische Meinung zu den Studiengegenständen oft schon vorher bekannt sei.
Jeder könne in den Veröffentlichungen des Instituts nachlesen, warum Studien abgelehnt würden und welche Gutachter für das IQWiG tätig seien, entgegnete Sawicki. Die Offenlegung der Namen der Gutachter habe sogar dazu geführt, dass Experten ihre Arbeit für das Institut beendet hätten, weil sie von einzelnen Interessengruppen unter Druck gesetzt worden seien. Dies sei besonders schmerzhaft, weil sich ohnehin nur wenige Wissenschaftler bewerben würden. Der Grund dafür sei, dass jeder Experte pro Bericht etwa 100 Arbeitstage aufwenden müsste. „Das können viele Kollegen nicht einfach in ihren Arbeitsablauf einbauen“, sagte der Institutsleiter. SR

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