ArchivDeutsches Ärzteblatt43/2006Schlichtungsstellen: Streit um „Kontraste“-Sendung

AKTUELL

Schlichtungsstellen: Streit um „Kontraste“-Sendung

Krüger-Brand, Heike E.

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS
Foto: rbb
Foto: rbb
Die nordrhein-westfälischen Ärztekammern haben dem Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) unseriöse Berichterstattung und „Meinungsmache“ vorgeworfen und zu einem befristeten Interview-Boykott des ARD-Politmagazins „Kontraste“ aufgerufen. Anlass für den Streit war eine am 5. Oktober 2006 ausgestrahlte Sendung über die bundesweiten Gutachter- und Schlichtungsstellen der Ärztekammern, deren Arbeit als „niederschmetternd“ dargestellt wurde (Titel: „Hilflose Patienten – Ärztliche Schlichtungsstellen und ihre fragwürdigen Gutachten“; www.rbb-online.de/kontras te/). Der Vorwurf wurde in der Sendung jedoch im Wesentlichen nur an einem Einzelfall belegt, bei dem das Gericht zu einem vom Gutachten der Gutachterkommission Nordrhein (GAK) abweichenden Urteil gelangt war. Statistisch gesehen kommt dies nur in einem von hundert Fällen vor, der nach der Schlichtung noch vor Gericht geht. Bezogen auf alle Fälle, die die GAK juristisch-medizinisch beurteilt, handelt es sich nur um einen von tausend Fällen. Der Beitrag habe die Öffentlichkeit nicht wahrhaftig über die außergerichtliche Streitschlichtung bei Behandlungsfehler-Vorwürfen unterrichtet, erklärte der Vizepräsident der Ärztekammer Nordrhein, Dr. med. Arnold Schüller.
Der RBB, der sich dadurch „in seinen Persönlichkeitsrechten verletzt“ sieht, verlangt jetzt einen Widerruf und künftige Unterlassung. Die Ärztekammern Nordrhein und Westfalen-Lippe wollen jedoch ihr Recht auf freie Meinungsäußerung weiter wahrnehmen und bleiben bei dem Boykott-Aufruf (siehe auch DÄ, Heft 3/2006 „Vollständigkeit und Qualität der ärztlichen Dokumentation in Krankenakten“). KBr
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema