ArchivDeutsches Ärzteblatt43/2006ArzneiverordnungsReport: Kritik an der Pharmaindustrie

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ArzneiverordnungsReport: Kritik an der Pharmaindustrie

Rieser, Sabine

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„Der Gesetzgeber hat allzu oft auf dirigistische Eingriffe vertraut, wie Arzneimittelbudgets, Preisstopps, Krankenkassenrabatte und erhöhte Zuzahlungen für Patienten. Diese Maßnahmen hatten kurzfristig Erfolg, waren aber nicht in der Lage, die Strukturdefizite zu beseitigen.“ Diese Auffassung hat Prof. em. Dr. med. Ulrich Schwabe bei der Vorstellung des jüngsten Arzneiverordnungs-Reports (AVR) am 19. Oktober in Berlin vertreten. Schwabe ist gemeinsam mit Dr. Dieter Paffrath Herausgeber des AVR.
Hauptursache für den Trend zu teuren Arzneimitteln sei der Einfluss der Pharmaindustrie auf das Verordnungsverhalten der Ärzte. Hier forderte Schwabe Gegenmaßnahmen, unter anderem ein Verbot vergüteter Anwendungsbeobachtungen oder ein Ende der Herausgabe von Verordnungsdaten an Pharmafirmen.
Nach Angaben der AVR-Herausgeber waren zwei Drittel des Kostenanstiegs bei den Arzneimitteln im Jahr 2005 durch innovative und therapeutisch sinnvolle Arzneimittel bedingt. Ein Drittel beruhte jedoch auf Verordnungen von Analogpräparaten ohne therapeutischen Zusatznutzen. 2005 erhöhten sich die Arzneimittelausgaben in der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung gegenüber dem Vorjahr um 16,8 Prozent auf 25,4 Milliarden Euro. Dem AVR zufolge blieben nach Abzug von Sondereffekten echte Mehrausgaben von 1,9 Milliarden Euro. Rie
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