ArchivDeutsches Ärzteblatt43/2006Leitfaden Psychosomatische Medizin und Psychotherapie. Orientiert an den Weiterbildungsrichtlinien der Bundes­ärzte­kammer

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Leitfaden Psychosomatische Medizin und Psychotherapie. Orientiert an den Weiterbildungsrichtlinien der Bundes­ärzte­kammer

Janssen, Paul L.; Joraschky, Peter; Tress, Wolfgang

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Psychosomatik: Wichtige Theorien
Psychosomatische Medizin „in einem Griff“. Der Zeitpunkt des Erscheinens des Leitfadens hätte nicht besser gewählt sein können: Die Psychosomatische Medizin befindet sich seit dem zweiten Quartal 2005 mit einem „eigenen Kapitel“ (noch unter der alten Bezeichnung) im EBM 2000plus im Praxistest. Sie ist jetzt dort angekommen, wo sie hingehört: in der Realität einer ambulanten breiten, niedrigschwelligen Versorgungspraxis. Mit diesem innovativen Schritt nimmt die kassenärztliche Versorgung in diesem Bereich – auch international – erneut eine Vorreiterrolle ein. Ärztliche Psychotherapeuten, die sich weiterhin als Ärzte verstehen, haben Kurs gehalten und sind nicht aus der Medizin emigriert. In der Psychosomatik findet dieses ureigenste ärztliche Anliegen nun sein natürliches Wirkungsfeld.
Der Leitfaden schlägt im handlichen Taschenbuchformat auf nur 550 Seiten einen weiten Bogen von den medizinhistorischen Wurzeln und wissenschaftlichen Grundlagen des Faches hin zu den Abrechnungsmodalitäten im EBM. Er umspannt dabei ein komplettes Lehrbuch der Psychosomatischen Medizin, das an der klinischen Realität orientiert bleibt und die psychotherapeutischen Möglichkeiten in aller Breite miteinbezieht. Dem Leitfaden dienen dabei die ICD und die (Muster-)Weiter­bildungs­ordnung als Navigationshilfen, sodass der Leser in dem komplexen Bereich nicht die Orientierung verliert.
Der Psychosomatiker prüft im Einzelfall aus einer personalen Perspektive heraus die kausale Rückführung einer körperlichen und psychischen Symptomvielfalt auf einen psychosozialen Ursprung. Die Psychosomatik ist darum bemüht, für eine große Vielfalt klinischer Tatbestände eine allgemeine Theorie zu formulieren, die aus der Sackgasse des Leib-Seele-Dualismus heraushilft. Das steht noch aus. Der Leitfaden leistet hierzu einen wichtigen Beitrag, indem er ausführlich auf wichtige Theorien eingeht und in Ansätzen sichtbar macht, dass Psychosomatik die Integration von Psychotherapie in die ärztliche Identität ist. Diese legitimiert die Zusammenarbeit heterogener psychotherapeutischer Methoden in einem psychosomatischen Gesamtbehandlungsplan. Das könnte vielleicht auch der unguten Tendenz zur Hochstilisierung von Teilaspekten zu angeblich eigenständigen Psychotherapiekonzepten entgegenwirken.
Der Leitfaden gehört nicht in den Bücherschrank, sondern auf den Schreibtisch. Es ist ihm eine weite Verbreitung zu wünschen.
Richard Kettler

Paul L. Janssen, Peter Joraschky, Wolfgang Tress (Hrsg.): Leitfaden Psychosomatische Medizin und Psychotherapie. Orientiert an den Weiterbildungsrichtlinien der Bundes­ärzte­kammer. Deutscher Ärzte-Verlag, Köln, 2006, 567 Seiten, kartoniert, 39,95 €
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