ArchivDeutsches Ärzteblatt43/2006Proteasehemmer Tipranavir: Lösung bei HIV-Kindern erfolgreich

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Proteasehemmer Tipranavir: Lösung bei HIV-Kindern erfolgreich

Dtsch Arztebl 2006; 103(43): A-2887

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LNSLNS Die gewichtsadaptierte Behandlung von Kindern mit HIV-Infektion scheint künftig einfacher zu werden: Eine Phase-II-Studie deutet an, dass sich mit einer Lösung des Proteasehemmers Tipranavir eine ausgeprägte virologische und immunologische Response bei Kindern mit multiresistenten HIV-1-Stämmen erwirken lässt. Die Studiendaten wurden anlässlich der 16. Internationalen Aids-Konferenz in Toronto vorgestellt.
An der Dosisfindungsstudie nahmen 115 bereits antiviral vorbehandelte Kinder teil. Sie wurden 48 Wochen lang mit einer oral einzunehmenden Lösung von Tipranavir (Aptivus®) und Ritonavir als Teil einer antiviralen Kombinationstherapie behandelt. Dabei wurden zwei verschiedene Dosierungen verabreicht: entweder 290/115 mg/m2 oder 375/150 mg/m2 der beiden Wirkstoffe.
„In beiden Gruppen war eine Reduktion der Viruslast und ein Anstieg der CD4+-Zellen zu sehen, wobei die Reaktion am ausgeprägtesten unter der hohen Dosierung war“, berichtete Prof. Pedro Cahn (Buenos Aires). Nach seiner Darstellung erreichten bei der niedriger dosierten Behandlung 39,7 Prozent der Kinder gegenüber 45,6 Prozent unter der höheren Dosierung eine Viruslast unter 400 Kopien/ml.
Umfassendes Prüfprogramm
Bei 34,5 respektive 35,1 Prozent sank die Viruslast auf unter 50 Kopien/ml, also auf ein nicht mehr nachweisbares Niveau. „Das sind bemerkenswerte Daten, die auf eine deutliche Verbesserung der Therapiemöglichkeiten bei Kindern mit multiresistenten HIV-Stämmen hoffen lassen“, betonte Cahn.
Unabhängig von der Behandlung HIV-infizierter Kinder durchläuft Tipranavir nach seiner Aussage derzeit ein umfassendes Prüfprogramm mit mehr als 1 000 hoch vorbehandelten Studienteilnehmern. Untersucht wird unter anderem die Wirksamkeit und Verträglichkeit des Proteasehemmers in Abhängigkeit vom Geschlecht und von der ethnischen Zugehörigkeit der Patienten. Weiter wird geprüft, inwieweit Tipranavir auch bei Patienten mit Hepatitis-Koinfektion wirksam ist.
Christine Vetter

Pressekonferenz Boehringer Ingelheim bei der 16. Internationalen Aids-Konferenz in Toronto
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