ArchivDeutsches Ärzteblatt44/2006Insulin: Therapiehinweis für Exubera

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Insulin: Therapiehinweis für Exubera

Dtsch Arztebl 2006; 103(44): A-2905 / B-2529 / C-2433

Merten, Martina

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Foto: Pfizer
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Der Gemeinsame Bundes­aus­schuss (G-BA) hat sich gegen eine Empfehlung von inhalierbarem Insulin (Exubera) ausgesprochen. Weder lägen Langzeitdaten zu dem seit Januar dieses Jahres europaweit zugelassenen Insulin vor, noch sei Exubera wirksamer als ein Insulin, das unter die Haut gespritzt wird, so der G-BA-Vorsitzende Dr. Rainer Hess bei der Bekanntgabe des Beschlusses in Berlin. Darüber hinaus verteure inhalierbares Insulin die Behandlung von Diabetikern zulasten der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung um das Fünffache.
Mit dem Beschluss greift der G-BA einen Bericht des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) vom Mai auf. Darin war das Institut zu dem Ergebnis gekommen, dass vorliegende Studien keine Belege für eine höhere Lebensqualität mit Exubera liefern. Dem IQWiG-Bericht zufolge gab es sogar Hinweise auf Nachteile durch inhalierbares Insulin.
Hess wies bei der Vorstellung des Therapiehinweises gleichzeitig darauf hin, dass die Vertreter der Ärzteschaft im G-BA die Rabattverträge einzelner Krankenkassen mit Herstellern von Analoginsulinen kritisch sehen. Diese sind abgeschlossen worden, um Typ-2-Diabetikern weiterhin eine Behandlung mit kurzwirksamen Analoginsulinen auf Kassenrezept zu ermöglichen. Im Juli hatte der G-BA beschlossen, Analoginsulinpräparate seien nur dann zulasten der GKV verordnungsfähig, wenn sie nicht teurer als Humaninsulin seien. Da die Rabattverträge sich am Höchstpreis für Humaninsulin orientierten, befürchteteten die Ärzte jedoch nach wie vor, in Regress genommen zu werden, erläuterte Hess. MM
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