ArchivDeutsches Ärzteblatt44/2006Guggenheim Collection: Von der klassischen Moderne bis heute

KULTUR

Guggenheim Collection: Von der klassischen Moderne bis heute

Dtsch Arztebl 2006; 103(44): A-2961 / B-2579 / C-2480

Wanner, Ernst

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LNSLNS Die Sammlung wird in Bonn umfassender präsentiert als in ihren ständigen Ausstellungsräumen in aller Welt.

Guggenheim entfaltet seine Strahlkraft in der großartigen Ausstellung in der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland und im Kunstmuseum der Stadt Bonn. Mit einer Fläche von 6 000 Quadratmetern in der Kunst- und Ausstellungshalle sowie weiteren 1 500 Quadratmetern im Kunstmuseum wird die Guggenheim-Sammlung mit ihrer Geschichte und ihrem globalen Anspruch umfassender präsentiert als in ihren ständigen Ausstellungsräumen in aller Welt.
Begonnen hat alles mit der deutschen Baronin Hilla von Rebay, die den Sammler Solomon R. Guggenheim seit dem Jahr 1927 bei seiner Sammeltätigkeit beriet. Hilla von Rebay, selbst Malerin, stand ganz im Bann der abstrakten Malerei und steckte den schwerreichen Sammler mit ihrer Begeisterung für Wassily Kandinsky an. Hilla von Rebay war überzeugt davon, dass die abstrakte Kunst die Grenzen von Sprache und Erfahrung überwinden könne. Sie ging so weit, zu erklären, „die Nichtgegenständlichkeit wird die Religion der Zukunft sein“.
Diesem Bekenntnis folgend, bilden zentrale Werke Wassily Kandinskys den ersten Höhepunkt der Bonner Schau. Von den Anfängen in München bis zur Zeit am Bauhaus sowie im Pariser Exil sind die epochemachenden Werke Kandinskys zu sehen. Weitere wichtige Werkgruppen aus großen Sammlungen, die Guggenheim von Kunsthändlern hinzuerworben hat, schließen sich an. Aus dem späten 19. Jahrhundert sind bedeutende Gemälde von Paul Gauguin, Vincent van Gogh, Paul Cézanne, Edouard Manet, Claude Monet, Auguste Renoir, Edgar Degas und Georges Seurat zu nennen. Gefolgt werden diese Bilder von der klassischen Moderne, die durch zahlreiche Werke Pablo Picassos glänzt. Auch die übrigen Fixpunkte dieser Pariser Jahre wie George Braque, Marc Chagall, Robert Delaunay und Fernand Léger kommen zu ihrem Recht. Von den Bildern des Expressionismus sind insbesondere die des Blauen Reiters hervorzuheben.
Ein besonders wichtiger und hochkarätiger Teil der Ausstellung ist von Peggy Guggenheim, der Nichte des Gründers, zusammengetragen worden. Persönlich vielfältig mit den Surrealisten verbunden, hat sie insbesondere in den Jahren in Venedig eine der faszinierendsten Surrealisten-Sammlungen aufgebaut. Von den Bildhauern sind Alberto Giacometti und Constantin Brancusi in überragenden Werkgruppen zu sehen. Die Ausstellung schlägt den Bogen über die Künstler des ausgehenden 20. Jahrhunderts bis in die unmittelbare Gegenwart. Wichtige Werke der Minimal Art und der Konzeptkunst stammen aus der Sammlung des Grafen Panza di Biumo. Die Pop-Art ist durch Großformate von Bob Rauschenberg, Roy Lichtenstein, James Rosenquist und Andy Warhol vertreten.
Die zeitgenössische Kunst wird im Kunstmuseum der Stadt Bonn gezeigt. Ab dem 27. August wurde die Ausstellung um die Geschichte der spektakulären Architektur der Guggenheim-Museen erweitert: unter anderem das Stammhaus in New York von Frank Lloyd Wright und das von Frank Gehry konzipierte Guggenheim Bilbao. So wird die Ausstellung in Bonn manchen Besucher anregen, einer dieser Stätten einen Besuch abzustatten.
Ernst Wanner


The Guggenheim Collection in der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland, Bonn, Friedrich-Ebert-Allee 2–4 vom 21. Juli bis 7. Januar 2007; Öffnungszeiten: Sonntag bis Donnerstag 9 bis 19 Uhr, Freitag und Samstag 9 bis 22 Uhr. Kartenvorverkauf: www.bundeskunsthalle.de, Ticket-Hotline 08 00/1 75 27 50, Katalog 25 Euro.
The Guggenheim Contemporary Art im Kunstmuseum Bonn vom 21. Juli bis 7. Januar; Öffnungszeiten: Sonntag, Montag, Donnerstag 9 bis 20 Uhr, Dienstag und Mittwoch 9 bis 21 Uhr, Freitag und Samstag 9 bis 22 Uhr; Eintrittspreise: zwölf Euro, ermäßigt sieben Euro. Für zusätzliche zwei Euro Eintritt in die ständige Sammlung der Kunst nach 1945 im Kunstmuseum möglich.
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