ArchivDeutsches Ärzteblatt44/2006Wartezeiten: Gut gekontert?
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Wie in einer Umfrage nur sieben Prozent beim Facharzt mehr als drei Wochen auf einen Termin warten müssen, kann ich nicht nachvollziehen. In unserer Praxis und auch deren vieler Kollegen ist dies abgesehen von echten Notfällen im GKV-Bereich fast die Regel. Dies ist die Folge der aktuellen Gesundheitspolitik. Bei ca. 25 Euro Regelleistungsvolumen und dank des kalkulierten EBM 2000plus klar erkennbarer Unterfinanzierung, z. B. Röntgen der LWS in zwei Ebenen bedeutet bei Punktwert 5,11 Cent etwa 5,11 Euro Gewinn, tatsächlich in II/2005 innerhalb des Regelleistungsvolumens minus 2,56 bis minus 4,69 Euro (Verlust) und außerhalb des Regelleistungsvolumens minus 15,08 bis minus 15,12 Euro (Verlust), ist ein Aufrechterhalten einer qualitativ ausreichenden kassenärztlichen Versorgung nur durch Quersubvention durch ausreichende Privateinnahmen möglich; für die Arbeit am GKV-Patienten muss also Geld mitgebracht werden . . . Zum Wohle der GKV-Patienten erhalten die Privatpatienten schneller einen Termin. Dieser Missstand sollte auch den verantwortlichen Politikern klar vor Augen geführt werden, um Abhilfe zu schaffen. Auf keinen Fall sollte so getan werden, als müssten GKV-Patienten nicht länger auf einen Termin warten als Privatpatienten. Somit war die leider kontraproduktive Antwort von Dr. Andreas Köhler auf die „Klage“ der Gesundheitsministerin nicht gut gekontert und sollte nachträglich entsprechend korrigiert werden.
Dr. Michael Bittner, Griedeler Straße 35, 35510 Butzbach

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