ArchivDeutsches Ärzteblatt45/2006RANDNOTIZ: Schokolade für alle!
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LNSLNS Für Bernd Raffelhüschen hat die Diskussion über die Einführung der „Bürgerversicherung“ einen süßen Beigeschmack. Dies belegt eine Anekdote, die der Finanzwissenschaftler jüngst in Biersdorf erzählte.
Raffelhüschen erinnerte sich an die Zeit, als er mit seinen drei Brüdern auf einem Bauernhof in Nordfriesland aufwuchs: „Montagmorgens gingen wir zur Schule, mittags wurde Trecker gefahren. Dienstagmorgens Schule – mittags Treckerfahren. Mittwoch-, Donnerstag-, Freitagmorgens Schule – mittags Treckerfahren. Samstagmorgens Stall ausmisten – mittags . . . nein, nicht Treckerfahren, sondern Schokolade essen!“ Am Wochenende erhielten die vier Jungs nämlich jeder eine Ration Schokolade. Zur Belohnung für ihre Hilfe auf dem Hof.
Eines Tages nun entdeckten die drei jüngeren Brüder im Schrank des ältesten einen Schokoladenvorrat. Der „alte Fuchs“ lebte nicht von der Hand in den Mund, sondern legte sich jeden Samstag ein Stück zur Seite – „für schlechte Zeiten“. Dass der großer Bruder noch so viel Süßigkeiten hatte, wollten ihm die anderen jedoch nicht gönnen:
„Du musst mit uns teilen“, sagten sie – und setzten die Forderung mit vereinten Kräften durch . . .
„Ungerecht, oder?“, fragte Bernd Raffelhüschen, „genau das ist aber das Prinzip der Bürgerversicherung“. Vorrangiges Ziel ihrer Befürworter sei es, an die Alterungsrückstellungen der Privatversicherten heranzukommen. Denn: „Mit diesen zusätzlichen 80 Milliarden Euro in der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung kann das System weitere zwei Legislaturperioden am Leben gehalten werden, ohne der Mehrheit der Wähler schmerzhafte Eingriffe zumuten zu müssen.“
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