ArchivDeutsches Ärzteblatt45/2006Gesundheitsreform: Apotheker gehen auf die Straße

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Gesundheitsreform: Apotheker gehen auf die Straße

ddp; Korzilius, Heike

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Foto: ddp
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Rund 10 000 Apotheker und ihre Angestellten haben am 1. November in Leipzig gegen die Gesundheitsreform protestiert. Sie forderten die Sicherung der flächendeckenden Arzneimittelversorgung und wandten sich gegen die geplanten Einsparungen von 500 Millionen Euro, für die die Apotheker haften müssen. Weitere Proteste sollen in München, Hamburg und Düsseldorf folgen.
Mit der Reform werde „der Apotheke um die Ecke die wirtschaftliche Basis entzogen“, warnte der Vorsitzende des Landesapothekerverbandes Sachsen-Anhalt, Mathias Arnold. Am Ende dieses Prozesses werde die Versorgung in den ländlichen Gebieten zusammengebrochen sein. Zudem werde sich der freie Apotheker Beratung und Service immer seltener leisten können. Um Kosten zu senken, schlagen die Apotheker vor, dass Ärzte nur den Wirkstoff verschreiben und die Apotheker dann über das Präparat entscheiden. Die Vorsitzende der Apothekergewerkschaft Adexa, Monika Oppenkowski, sagte, durch die Gesundheitsreform müsse in jeder Apotheke in Deutschland durchschnittlich ein Mitarbeiter entlassen werden. Das entspreche einem Abbau von rund 21 000 Stellen.
Unterdessen widersprach das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium Berichten über ein Apothekensterben in Deutschland. Tatsächlich habe die Zahl der Apotheken in den vergangenen Jahren zugenommen – von 18 163 im Jahr 1992 auf 21 476 im Jahr 2005. ddp/HK
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