ArchivDeutsches Ärzteblatt45/2006Hydromorphon: Mit neuer Galenik jetzt 24 Stunden wirksam

PHARMA

Hydromorphon: Mit neuer Galenik jetzt 24 Stunden wirksam

Hoc, Siegfried

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Starke chronische Schmerzen bedürfen einer 24-Stunden-Therapie, die gut vertragen wird und die Lebensqualität der Patienten hebt. In Abhängigkeit von der Schmerzintensität wird ein adäquates Analgetikum der WHO-Stufe I, II oder III gewählt. Insbesondere für die häusliche Praxis ist die Wahl eines sicheren Analgetikums mit vorteilhaftem pharmakologischen Profil wichtig. Es sollte auch bei multimorbiden Schmerzpatienten, die mehrere verschiedene Medikamente erhalten, eingesetzt werden können. In der WHO-Stufe II und III sind schwache beziehungsweise starke Opioide Mittel der Wahl.
Orales Osmotisches System
Durch Retardierung konnten die kurze Wirkdauer oraler Opioide verlängert und ihre Nebenwirkungen reduziert werden. Das gilt insbesondere für das Stufen-III-Opioid
Hydromorphon, das zum Beispiel in der Galenik von Palladon® nur noch zweimal täglich eingenommen werden muss. Durch die OROS®-Technologie (ORales Osmotisches System) ist Hydromorphon noch länger wirksam geworden.
Das tablettenförmige System von sieben bis 9,5 Millimetern Durchmesser (Jurnista®) besteht aus einer festen, semipermeablen Außenhülle aus Zelluloseazetat und einer dünnen Ummantelung. In die Hülle wurde mit Laser ein dünner Kanal gebohrt, dessen Öffnung ebenfalls von der Ummantelung überdeckt wird. Das Innere besteht aus zwei Schichten: Die untere Schicht ist ein Quellkörper, die obere unter dem Kanal ist der Wirkstoff Hydromorphon HCl. Nach oraler Einnahme des Systems löst sich die Ummantelung innerhalb weniger Minuten auf, und Wasser dringt durch die Außenhülle ein, das Quellkörpervolumen nimmt zu und drängt langsam und kontinuierlich das Opioid durch den Kanal nach außen – 24 Stunden lang. Der Wirkstoff wird aus Dünn- und Dickdarm in die systemische Zirkulation aufgenommen. Nach 24 Stunden ist das System geleert, passiert weiter den Darm und wird schließlich mit dem Stuhl ausgeschieden.
Jurnista gewährleistet einen gleichmäßigen Plasmaspiegel nahezu unabhängig von der Nahrungsaufnahme. Rund 80 Prozent davon werden nach circa sechs bis acht Stunden und Maximalkonzentrationen nach etwa 16 Stunden erreicht. Der Steady-state-Spiegel stellt sich innerhalb von zwei Tagen ein. Die Pharmakokinetik ist bei allen vier angebotenen Dosierungen (8, 16, 31 und 64 mg) dosisproportional. Freisetzung und Resorption werden durch die Magen-Darm-Motilität oder den pH-Wert nicht beeinträchtigt.
Breites Anwendungsspektrum
Das neue Analgetikum wurde in zahlreichen klinischen Studien an Patienten mit Arthrose-, Tumor- und Rückenschmerzen geprüft, und sein hoher analgetischer Effekt sowie seine gute Verträglichkeit wurden belegt. Vergleichssubstanzen waren unter anderem Oxycodon, Morphin, Hydrocordon und Fentanyl-TTS. In einigen Studien waren die Patienten mit einem dieser Stufe-III-Opioiden vorbehandelt, auf Jurnista umgestellt und auf ihre individuelle Dosis titriert worden. Die sich daran anschließende Erhaltungsphase dauerte 14 Tage. Durch die neue Therapieform reduzierte sich die Intensität der Schmerzen nach der BPI-Skala sowohl bei Tumor- als auch Nicht-Tumorschmerzen signifikant, und Alltagsaktivitäten, Gehfähigkeit und Lebensqualität verbesserten sich deutlich. Die Rate Opioid-typischer Nebenwirkungen (Übelkeit, Erbrechen) sei vergleichsweise niedrig geblieben, berichtete Priv.-Doz. Dr. Rainer Sabatowski (Köln).
Siegfried Hoc
Pressekonferenz „Jurnista® – Eine neue Klasse in der Schmerztherapie“, in München. Veranstalter: Janssen-Cilag
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema