Supplement: PRAXiS

Niederlassung: Unattraktiv

Dtsch Arztebl 2006; 103(45): [1]

Flintrop, Jens

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS
Der Verkauf der Praxis ist für die Ärzte immer noch ein wichtiger Bestandteil der Altersvorsorge. Dass die Nachfrage nach ärztlichen Praxen und somit auch die Verkaufserlöse sinken, ist deshalb für so manchen Arzt eine bittere Pille zum Eintritt in den Ruhestand.
Statistiken der Apo-Bank zeigen, dass der durchschnittlich gezahlte Kaufpreis bei Einzelpraxisübernahmen in den Jahren 2004/2005 in Westdeutschland erstmals zurückgegangen ist: Wurden 2002/2003 noch 214 983 Euro für die Übernahme einer Einzelpraxis bezahlt, waren es 2004/2005 „nur“ noch 195 406 Euro. Ausschlaggebend dafür war einzig der Rückgang des ideellen Praxiswerts um rund sechs Prozent von 85 373 Euro auf 80 210 Euro. Dieser Goodwill wird frei ausgehandelt und spiegelt letztlich wider, mit welcher Umsatz- und Ertragsentwicklung der Nachfolger nach Erwerb der Praxis kalkuliert. Anders gesagt: Den nachrückenden Ärzten schwant nichts Gutes. In Zeiten der Budgetierung ist die Niederlassung als Arzt unattraktiv.
Ein Ende der Kostendämpfungspolitik ist nicht in Sicht: Die Gesundheitsreform wird die Ausgabendeckelung im ambulanten Bereich nicht abschaffen, sondern durch ähnliche Mechanismen ersetzen. Hinzu kommen Maßnahmen, die die private Kran­ken­ver­siche­rung (PKV) treffen. Dabei sind es oft einzig die PKV-Einnahmen, die eine Arztpraxis heute noch profitabel machen. Jens Flintrop
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema