ArchivDÄ-TitelSupplement: PRAXiSSUPPLEMENT: PRAXiS 5/2006Disease-Management-Programme: Unkompliziertes Online-Verfahren

SUPPLEMENT: PRAXiS

Disease-Management-Programme: Unkompliziertes Online-Verfahren

Eschweiler, Franz-Josef

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LNSLNS Über die Telematikplattform D2D („Doctor to Doctor“) lassen sich die DMP-Daten einfach und sicher übertragen.

Der Vertrag zum elektronischen DMP (eDMP) sieht zusätzlich zu den Transportmedien Diskette und CD-ROM für die Datenübertragung auch ein Online-Verfahren vor. Hierzu wird die von der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein (KVNo) entwickelte Telematikplattform D2D (www.d2d.de) verwendet, die auf einer Technologie des Fraunhofer-Instituts für Biomedizinische Technik in St. Ingbert/Saar beruht.
Die Nutzung von D2D setzt voraus, dass das vorhandene Praxisverwaltungssystem D2D unterstützt. Es muss den Empfang und den Versand von Nachrichten über einen D2D-Server ermöglichen. Inzwischen haben die führenden Praxisverwaltungssysteme die Lösung implementiert.
Auch Arztpraxen, die Software der Firma Compugroup einsetzen (wie Albis, Compumed, M1, Data Vital, Medistar und Turbomed), können die DMP-Dokumentationsbögen inzwischen online versenden. Im Unterschied zu den anderen Softwarehäusern ermöglicht die Compugroup den sicheren und verschlüsselten Zugang zu den D2D-Diensten ausschließlich über VPN(Virtual Private Network)-Technologie und nicht über die ISDN-Direktverbindung.
Das Versenden von Daten ist in der Regel unproblematisch, denn die Softwarehäuser haben besonderen Wert auf Anwenderfreundlichkeit und Praktikabilität der Funktion gelegt. Der elektronische Versand kann innerhalb der Applikation direkt gestartet werden, etwa indem der Anwender, statt ein Formular oder einen Brief auszudrucken, einfach den elektronischen Versand anklickt.
Dass immer mehr Ärzte vor allem die Online-Variante nutzen, liegt daran, dass diese erheblich bequemer und sicherer ist als das Versenden von Disketten oder CDs. So sind zehn bis 20 Prozent der versandten Disketten defekt und nicht lesbar. Beim Online-Verfahren gibt es diese Mängel nicht. Außerdem erhält jeder Einsender unmittelbar nach dem erfolgreichen Versand eine Einsendequittung von der Annahmestelle.
Vor diesem Hintergrund ist zu verstehen, dass in den vergangenen Monaten die Einsendezahlen der D2D-Nutzer im eDMP rasant gestiegen sind: Von Juni 2005 bis Juni 2006 hat sich die Zahl auf knapp 3 500 Datenpakete monatlich deutlich mehr als verzehnfacht. Die Vorteile des Verfahrens bleiben auch nach der Neuregelung des eDMP durch das Bundesversicherungsamt bestehen. Allerdings verlangt die Behörde, ein vorgefertigtes Bestätigungsschreiben (die erste Seite der Versandliste) auf dem Postweg an die Datenstelle zu schicken.
Via D2D werden zurzeit allein im Bereich Nordrhein monatlich etwa bis zu 20 000 DMP-Bögen versandt. Bundesweit nutzen inzwischen rund 2 500 registrierte Anwender die Kommunikationssoftware (Stand September 2006). In Baden-Württemberg setzt man das Verfahren seit circa einem Jahr ebenfalls erfolgreich ein. Weitere Landesteile werden voraussichtlich folgen.
Neben dem elektronischen DMP sind die wichtigsten Anwendungen mit D2D die Online-Abrechnung, DALE-UV (Datenaustausch mit Leistungserbringern in der gesetzlichen Unfallversicherung), der elektronische Arztbrief und die elektronische Dokumentation zur Früherkennungskoloskopie. Franz-Josef Eschweiler, KVNo


Hintergrund D2D

D2D übernimmt als Ergänzung zur vorhandenen Praxissoftware die Sicherung sensibler Daten auf dem Transport zwischen medizinischen Leistungserbringern. Es ermöglicht den adressierten (Arztbrief, DMP-Bericht, Abrechnung . . .), den gerichteten (Überweisung, Rezept . . .) und den ungerichteten (Patientenakte) Datenversand. Die Sicherheitsmerkmale:
- Sämtliche Daten sind während der Übertragung und während der Speicherung auf dem D2D-Server verschlüsselt. Alle Daten werden außerdem elektronisch signiert, sodass jederzeit die Originalquelle der Information sichtbar ist.
- D2D verwendet ein spezielles Doppel-schlüsselverfahren, bei dem der Empfänger von Daten erst nach dem Versand bestimmt werden kann, ohne dass dadurch die Datensicherheit beeinträchtigt wird.
- Jeder D2D-Teilnehmer ist in eine Public-Key-Infrastructure (PKI) eingebunden. Er erhält über das Post-Ident-Verfahren seine Zertifikate und Signaturen (entsprechen der fortgeschrittenen Signatur des Signaturgesetzes).
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