ArchivDÄ-TitelSupplement: PRAXiSSUPPLEMENT: PRAXiS 5/2006Basiswissen Tele­ma­tik­infra­struk­tur: Schutz per Konnektor

SUPPLEMENT: PRAXiS

Basiswissen Tele­ma­tik­infra­struk­tur: Schutz per Konnektor

Brockhaus, Hendrik

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LNSLNS Die sichere Anbindung der Leistungserbringer an die geplante Tele­ma­tik­infra­struk­tur erfordert den Einsatz eines Konnektors.

Fotos: Siemens
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Das GKV-Modernisierungsgesetz schreibt die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) vor. Ihre Nutzung erfordert eine hoch sichere Informations- und Kommunikationsinfrastruktur – die Tele­ma­tik­infra­struk­tur. Diese dient aus technischer Sicht im Wesentlichen dem sicheren und zuverlässigen Transport von Patientendaten sowie deren Speicherung und Bereitstellung.
Der Konnektor ist das zertifizierte Bindeglied zwischen der IT-Infrastruktur der Ärzte und Apotheker und der zentralen Tele­ma­tik­infra­struk­tur des Gesundheitswesens. Er ist die Komponente, mit deren Hilfe Computernetze in Praxen und Apotheken sicher an die Tele­ma­tik­infra­struk­tur angebunden werden können. Der Konnektor ermöglicht die Umsetzung der gesetzlichen Anwendungen, wie Versichertenstammdatendienst, elektronisches Rezept (eRezept) und Notfalldaten, und gewährleistet den sicheren Zugriff auf die Patientendaten. Außerdem erfüllt er die hohen Datenschutzanforderungen und Sicherheits- beziehungsweise Zulassungsvorgaben der zuständigen Betriebsgesellschaft Gematik und des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI).
Der Konnektor besteht aus einer Hardware-Box, in der sowohl die sichere Online-Anbindung als auch die Software für die Erzeugung elektronischer Unterschriften realisiert werden. Sie ermöglicht eine vertrauenswürdige Umsetzung dieser sensiblen Funktionen. Die vertrauenswürdige Verarbeitung und Übertragung von Patientendaten wird durch die sicherheitstechnische Prüfung des Designs, der Entwicklung, der Fertigung sowie des Liefer- und Serviceprozesses durch das BSI bestätigt. Die Erfüllung der Vorgaben gewährt den Schutz der hochsensiblen Patientendaten vor unautorisierten
Der Konnektor der Firma Siemens erfüllt die technische Spezifikation der geplanten Tele­ma­tik­infra­struk­tur und wurde bereits bei der Gematik für die Zulassung zu den erforderlichen Tests eingereicht.
Der Konnektor der Firma Siemens erfüllt die technische Spezifikation der geplanten Tele­ma­tik­infra­struk­tur und wurde bereits bei der Gematik für die Zulassung zu den erforderlichen Tests eingereicht.
Zugriffen und Manipulationen.
Praxisverwaltungssysteme, Apothekenverwaltungssysteme und Krankenhausinformationssysteme sind als Primärsysteme die Kernelemente der Geschäftsprozesse in Arztpraxen, Apotheken und Krankenhäusern. Der Konnektor vernetzt über seine Local-Area-Network(LAN)-Schnittstelle die Primärsysteme mit den neuen netzwerkfähigen Kartenterminals. Er ermöglicht so die Nutzung der neuen Karten: der eGK, des Heilberufsausweises der Ärzte und Apotheker sowie der Institutionskarte der Praxen und Apotheken. Zusätzlich ist auch die Nutzung der vorhandenen multifunktionalen Kartenterminals mit der alten Krankenversichertenkarte und der eGK möglich. Dies ist besonders in der Übergangszeit bis zur bundesweiten Einführung der neuen Versichertenkarten von Bedeutung. Mit den Karten und dem Konnektor können einerseits die gesetzlichen Anwendungen, wie etwa das eRezept, genutzt werden. Andererseits ermöglicht die Tele­ma­tik­infra­struk­tur auch den sicheren Online-Zugang zu künftigen elektronischen Diensten, wie einer elektronischen Patientenakte. Gleichzeitig bietet der Konnektor den Nutzern die Möglichkeit, elektronische Unterschriften zu leisten, die vor dem Gesetz handschriftlichen Unterschriften gleichgesetzt sind. Damit kann nicht nur das eRezept unterschrieben werden, sondern zum Beispiel auch ein elektronischer Arztbrief.
Die Wide-Area-Network(WAN)- Schnittstelle des Konnektors wird mit der vielfach bereits vor Ort verfügbaren Netzzugangskomponente (wie ISDN oder DSL-Router/Modem) verbunden, und der Konnektor wird somit onlinefähig. Aufgrund seiner Softwarestruktur kann der Konnektor in einer Praxisgemeinschaft auch mehreren Ärzten mit unterschiedlichen Kassenzulassungen parallel die Ausstellung von eRezepten oder die Prüfung des Versichertenstatus von verschiedenen Arbeitsplätzen aus ermöglichen.
Die Definition der Tele­ma­tik­infra­struk­tur und damit auch des Konnektors wird in der gematik erarbeitet und gemeinsam mit dem Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium festgelegt. Derzeit sind die technischen Anforderungen zur Realisierung der gesetzlich vorgeschriebenen Dienste (Versichertenstammdatendienst, Verordnungsdatendienst, Notfalldatendienst) in einer nicht vernetzten Variante – ohne Anbindung an eine zentrale Infrastruktur – definiert. Hendrik Brockhaus,
E-Mail: hendrik.brockhaus@siemens.com
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