ArchivDeutsches Ärzteblatt PP11/2006Angststörungen: Patienten unterversorgt

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Angststörungen: Patienten unterversorgt

Bühring, Petra

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LNSLNS „Psychische Krankheiten werden häufig übersehen und nicht behandelt. Arbeitsunfähigkeitszeiten und Frühberentungen aufgrund psychischer Erkrankungen steigen dramatisch.“ Das erklärte Prof. Dr. Rainer Richter, Präsident der Bundes­psycho­therapeuten­kammer (BPtK), anlässlich der Woche der Europäischen Union zur Gesundheit am Arbeitsplatz Ende Oktober. Ein Beispiel für eine dramatische Unterversorgung sei die Betreuung von Patienten mit einer Angststörung. „Weniger als die Hälfte der Menschen, die an einer diagnostizierten Angststörung leiden, haben professionelle Hilfe in Anspruch genommen“, betonte Richter. Beim Arbeitsschutz und in der betrieblichen Gesund­heits­förder­ung spiele die psychische Gesundheit der Mitarbeiter kaum eine Rolle. Nach Angaben der BPtK erkennen Hausärzte nur 34,4 Prozent aller Patienten mit einer generalisierten Angststörung (Depression 64,3 Prozent). Zehn Prozent erhielten eine adäquate Behandlung oder würden zu einem Psychotherapeuten überwiesen. Angstpatienten sind teuer: Im letzten Jahr besuchte ein Patient mit generalisierter Angststörung durchschnittlich 11,2-mal einen Arzt. Die Patienten fehlten am Arbeitsplatz ebenso häufig wie Patienten mit Diabetes, einer Magen-Darm-Erkrankung oder einer Alkoholabhängigkeit. PB
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