ArchivDeutsches Ärzteblatt PP11/2006Erst Schrecken, jetzt fast Alltag

POLITIK

Erst Schrecken, jetzt fast Alltag

Rieser, Sabine

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LNSLNS „Der Gründungsdrang ist ungebrochen“, fasste KBV-Vorstand Dr. med. Andreas Köhler Ende August die Entwicklung zusammen: Bis zum 30. Juni 2006 hatten sich 491 MVZ gegründet, im Durchschnitt arbeiten dort vier Ärztinnen und Ärzte. Die KBV ist mit den Umfrageergebnissen zufrieden, vor allem damit, dass die KVen als kompetenter Ansprechpartner wahrgenommen werden.
„Anfangs überwog die Skepsis“, erinnerte Köhler. 2004, als die Gründung von MVZ erlaubt wurde, fürchteten KBV und KVen, dass die Krankenhäuser einen Wettbewerbsvorteil erzielen könnten und dass Unternehmen in großem Stil einsteigen und der Freiberuflichkeit der beteiligten Ärzte ein Ende machen könnten. „Um es klar zu sagen: Diese Gefahr besteht immer noch“, betonte Köhler. Allerdings werden derzeit 61 Prozent aller MVZ allein von Vertragsärzten getragen und nur 27 Prozent von Krankenhäusern.
KBV und KVen betrachten sie mittlerweile als eine von mehreren Kooperationsformen. Und sie nehmen stärker Vorteile von MVZ wahr, sagte Köhler: „Sie bieten nämlich den Niedergelassenen die Gelegenheit, berufliche Wünsche in einer Weise zu realisieren, wie sie es oft in der Einzelpraxis nicht können.“ Inzwischen sind in den 491 MVZ 1 934 Ärztinnen und Ärzte tätig, davon 1 172 angestellt. Am häufigsten sind folgende Fachgruppen vertreten: Hausärzte, Internisten, diagnostische Radiologen, Chirurgen. Die meisten MVZ wurden bislang in Bayern (120), Berlin (58) und Niedersachsen (46) gegründet.
Die KBV wartet nun die Entwicklung ab, allerdings nicht tatenlos. In Sachen MVZ „muss das KV-System noch lernen“, räumte Köhler ein. Manchen Ärzten dauert die Zulassung zu lange. Andere ärgern sich über die Abrechnung, die im Kern noch auf die Leistungserbringung in einer Einzel- oder Gemeinschaftspraxis ausgerichtet ist.
Die KBV will zudem nicht alles allein machen: Mit der Bundes­ärzte­kammer führt sie Gespräche, ob es in Zukunft nicht ein umfassendes Beratungsangebot aus einer Hand für Ärztinnen und Ärzte geben könnte, die ein MVZ gründen wollen. Rie
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