ArchivDeutsches Ärzteblatt PP11/2006Psychotraumatologie: Internetgestützte Intervention

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Psychotraumatologie: Internetgestützte Intervention

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LNSLNS Ein US-amerikanisches Forscherteam hat ein internetbasiertes Programm entwickelt, das psychische Traumatisierungen und Folgeerkrankungen nach Katastrophen (zum Beispiel Überschwemmungen, Terroranschläge, Erdbeben) in der Bevölkerung verhindern soll. Das Programm umfasste sieben Module: 1) posttraumatischer Stress/Panik, 2) Depression, 3) generalisierte Angststörung, 4) Alkoholkonsum, 5) Marihuanakonsum, 6) Drogenkonsum und 7) Nikotinkonsum. Die Module enthalten unter anderem Informationen über psychische Folgen von Traumatisierung und Ratschläge zur Selbsthilfe. Außerdem werden psychotherapeutische Techniken beschrieben, wie zum Beispiel Entspannungsverfahren, Atemtraining, kognitive Restrukturierung, Problemlösestrategien und Self-Monitoring. Aus einem Pool von knapp 3 000 New Yorkern, die sechs Monate nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 bis zwei Jahre danach insgesamt dreimal zu ihrem Wohlbefinden befragt wurden, wählten die Forscher 285 Probanden aus, die das Programm testen sollten. Diese Probanden litten vermehrt unter Depressionen, PTBS und Panikattacken. Das Programm trug dazu bei, das Wissen der Probanden über ihre psychischen Symptome und Störungen zu verbessern. Die Probanden beurteilten das Programm als einfach bedienbar und hilfreich. Dieses Pilotprojekt stellt nach Meinung der Forscher eine kostengünstige Option in der Gesundheitsvorsorgung dar, mit der weite Teile der Bevölkerung erreicht werden können. ms

Ruggiero K et al.: Internet-based intervention for mental health and substance use problems in disaster-affected populations: A pilot feasibility study. Behavior Therapy 2006; 2: 190–205.

Kenneth Ruggiero, National Crime Victims Research and Treatment Center, Dep. of Psychiatry and Behavioral Sciences, Medical University of South Carolina, P.O. Box 250852, Charleston, SC 29425 (USA), E-Mail: ruggierk
@musc.edu
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