ArchivDeutsches Ärzteblatt PP11/2006Schlaf & Traum. Neurobiologie, Psychologie, Therapie

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Schlaf & Traum. Neurobiologie, Psychologie, Therapie

Wiegand, Michael H.; Spreti, Flora von; Förstl, Hans

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Schlaf und Traum: Unterschiedliche Perspektiven
Das Buch enthält Beiträge von 15 Autoren. Ebenso umfassend ist aber auch das Gebiet, welches der Inhalt umreißt. Es bewegt sich zwischen der Neurobiologie, Psychoanalyse, Psychologie, Musik, Malerei, Psychotherapie und insbesondere der Kunsttherapie und greift auch die Geschichte der Traumdeutung, insbesondere der von Albträumen auf. Von einem derartig umfassenden Inhalt kann man nicht Ausführlichkeit in allen Einzelheiten erwarten, das würde den Rahmen sprengen. Der Vorzug des Werkes liegt vor allem darin, dass er die sehr verschiedenartigen Aspekte von schlafen und träumen aus „psychosomatischer“ Sicht aufgreift, was hier ganz wörtlich gemeint ist. Es geht einerseits um die somatisch-biologischen und physiologischen Prozesse der Hirnaktivitäten während des Schlafs, insbesondere des REM- und Nicht-REM-Schlafs, um die unterschiedliche hirnanatomische Lokalisation von Affekten und kognitiven Prozessen während des Träumens. Es geht aber ebenso um die seelischen Erlebensprozesse, wie sie sich in Träumen – etwa nach der psychoanalytischen Traumlehre – niederschlagen und umgekehrt, wie Träume auf das Wacherleben einwirken.
Weitere Themen sind die experimentelle Traumforschung, die Beziehung zwischen Traum und Wahn in der Psychose, zwischen Traum und Kreativität, eine „erzählanalytische Untersuchung von Traumberichten“ und das Träumen im Alter und bei Demenz. Auch eine Beziehung zur Musik bei Berlioz wird behandelt und ebenso die Beziehung zwischen Bildproduktion und Träumen in der Kunsttherapie, nicht zuletzt auch die Geschichte der Malerei und ihre Beziehung zu schlafen und träumen.
Diese Aufzählung mutet eventuell sehr heterogen an. Der Bezug der verschiedenen Beiträge untereinander wird tatsächlich nur wenig ersichtlich. Der Leser muss sich auf sehr unterschiedliche Perspektiven der einzelnen Autoren einstellen. Wiederholungen im Vergleich der einzelnen Beiträge sind bei allen wohl auch nicht zu vermeiden. Das Buch bietet jedoch die Übersicht über eine breite Palette von Themen, welche sich um „Schlaf und Traum“ ranken – somit gibt es mehr Anregungen, weckt Interesse und ist weniger ein geschlossenes Werk. Andreas Ploeger

Michael H. Wiegand, Flora von Spreti, Hans Förstl (Hrsg.): Schlaf & Traum. Neurobiologie, Psychologie, Therapie. Schattauer GmbH, Stuttgart, 2006, XVI, 272 Seiten, 55 Abbildungen, davon 26 in Farbe, 28 Tabellen, gebunden, 49,95 €
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