ArchivDeutsches Ärzteblatt44/20063 Fragen an… Stephan Kolb, IPPNW-Mitglied und Mitorganisator des Kongresses „Medizin und Gewissen“

POLITIK

3 Fragen an… Stephan Kolb, IPPNW-Mitglied und Mitorganisator des Kongresses „Medizin und Gewissen“

Dtsch Arztebl 2006; 103(44): A-2909 / B-2533 / C-2437

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LNSLNS DÄ: Sie kommen aus der Friedensbewegung und sind mit diesem Kongress in der deutschen Gesundheitspolitik gelandet. Welche gesundheitspolitischen Fragen stehen für Sie im Vordergrund, und wie wollen Sie an einer Lösung mitwirken?
Kolb: Wir haben 8 000 Mitglieder, und in der letzten Mitgliederversammlung gab es eine intensive Debatte darüber, ob wir uns überhaupt mit gesundheitspolitischen Fragen beschäftigen sollen. Eine knappe Mehrheit stimmte dafür. Unser Ziel ist vor allem zu hinterfragen, inwieweit sich unser Gesundheitssystem durch Öko­nomi­sierung und Kommerzialisierung verändert. Der Zusatz in unserem Namen lautet „Ärzte in sozialer Verantwortung“. Vor diesem Hintergrund fragen wir nach einem System, das einen gerechten Zugang zu Gesundheitsleistungen schafft und diese auch den vulnerablen Gruppen in unserer Gesellschaft anbietet. Dabei sollen die standespolitische Sicht, die eigenen nachvollziehbaren Interessen ganz zurücktreten. Wir wollen uns auch wisschaftlich mit diesen Fragen beschäftigen.

DÄ: Das Ziel der Verhütung des Atomkriegs, das der IPPNW den Namen gab, spielt seit dem Ende des Kalten Krieges im öffentlichen Bewusstsein kaum noch eine Rolle. Wie hat sich das auf Ihr Selbstverständnis ausgewirkt?
Kolb: Wir haben uns trotzdem kontinuierlich mit dem Thema befasst – es ist ja zurzeit mit Nordkorea und dem Iran auch wieder sehr aktuell. Wir haben als klassische Nicht-Regierungsorganisation in dem Bereich wissenschaftlich gearbeitet, haben dazu publiziert und versucht, Öffentlichkeit und politische Entscheidungsträger differenziert über die Gefahren des Atomkriegs zu informieren.Daneben haben wir eine Reihe anderer inhaltlicher Schwerpunkte entwickelt. Dazu gehören die Gefahren der zivilen Nutzung der Atomenergie, aber auch die gesundheitliche Versorgung von Flüchtlingen oder die gesundheitlichen Folgen der Globalisierung.

DÄ: Unter welcher Überschrift wird der nächste Kongress „Medizin und Gewissen“ stehen?
Kolb: „Gesundheit als Menschenrecht“ könnte ich mir als Motto vorstellen. Darunter könnte man viele Themen fassen, die sowohl in Deutschland als auch International relevant sind.
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