ArchivDeutsches Ärzteblatt46/2006Spätabbrüche: Mehr Hilfe für Behinderte
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Als niedergelassene Frauenärztin ist mir besonders der Aspekt des ausführlichen Beratungsgesprächs vor Beginn jeder pränatalen Diagnostik wichtig. Den Schwangeren und besonders auch den werdenden Vätern, die ja oft besonders technikgläubig sind, muss bewusst gemacht werden, dass neben unauffälligen Screening-Befunden, die natürlich der Beruhigung und Minderung von Ängsten dienen können, jede auch noch so kleine Normabweichung nach meiner Erfahrung häufig das weitere Schwangerschaftserleben negativ belasten kann. Ursächlich für die von Annegret Braun richtig beschriebenen Trends in Richtung Selektion ist allerdings die zunehmende Öko­nomi­sierung aller Lebensbereiche. Nur eine kinder- und behindertenfreundliche Gesellschaft kann helfen, dem propagierten Wunsch nach „dem perfekten Kind“ zu widerstehen.
Dr. med. Angelika Linckh, Frauenstraße 2 c,
70199 Stuttgart
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