ArchivDeutsches Ärzteblatt46/2006Lipidsenkung: Zielwerte erreichen

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Lipidsenkung: Zielwerte erreichen

Dtsch Arztebl 2006; 103(46): A-3125

Blaeser-Kiel, Gabriele

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LNSLNS Die Cholesterinhypothese ist längst Gewissheit geworden, doch die Praxis hinkt den Erkenntnissen hinterher. Das zeigen unter anderem die Daten des 4E-Registers (Efficacy, Events, Experience, Evaluation), mit dem in Deutschland Daten von mehr als 50 000 Hypercholesterinämie-Patienten erfasst wurden. Nur bei zwölf bis 17 Prozent der Hochrisikopatienten hatte man durch die lipidsenkende Therapie – mit einem Statin – den für das LDL-Cholesterin anzustrebenden Zielwert von 100 mg/dl erreicht.
Einer der Gründe dafür ist nach Überzeugung von Dr. Peter Bosiljanoff (München), dass bei nicht ausreichender Response auf die initiale Statindosis durch die Auftitration kein großer Wirkzuwachs mehr zu erwarten sei. Jede Dosisverdopplung gehe durchschnittlich nur mit einer weiteren Verringerung des LDL-Spiegels um etwa sechs Prozent einher. Als Ausweg biete sich die zusätzliche Gabe von Ezetimib oder von Inegy®, der fixen Kombination von Simvastatin (10, 20, 40 oder 80 mg) und Ezetimib (10 mg), an.
Was sich erreichen lässt, demonstrierte Bosiljanoff anhand erster Daten einer großen Anwendungsbeobachtung bei 46 383 Patienten in 8 168 deutschen Arztpraxen. Innerhalb der nur sechs- bis achtwöchigen Beobachtungsdauer nach Umstellung der lipidsenkenden Therapie auf Simvastatin/Ezetimib war das LDL-Cholesterin um durchschnittlich weitere 29 Prozent gesunken und das HDL-Cholesterin um zehn Prozent gestiegen. Bestätigt wurde die aus den klinischen Studien bekannte gute Verträglichkeit.
Eine Erhöhung der Kreatinkinase-Werte wurde in 0,03 Prozent dokumentiert. Muskuloskleletale Gewebserkrankungen oder Myalgien waren in 0,18 beziehungsweise 0,13 Prozent der Fälle und Rhabdomyolosen gar nicht aufgetreten. Der starke Effekt von Inegy ist damit zu erklären, dass die beiden Komponenten synergistisch in die Lipidstoffwechsel eingreifen: Simvastatin reduziert durch Hemmung der HMG-CoA-Reduktase die endogene Cholesterinsynthese in der Leber, und Ezetimib vermindert die Resorption von bilärem und mit der Nahrung zugeführtem Cholesterin aus dem Dünndarm.
Gabriele Blaeser-Kiel

Symposium „Leitliniengerechte Lipidtherapie in der Praxis“ beim 112. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin in Wiesbaden, Veranstalter: MSD Sharp & Dohme GmbH
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