ArchivDeutsches Ärzteblatt46/2006Auf dem Weg in die Nanomedizin

TECHNIK

Auf dem Weg in die Nanomedizin

Dtsch Arztebl 2006; 103(46): A-3129 / B-2725

Hillienhof, Arne

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Foto: dpa
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Mikro- und Nanotechnik sind Innovationsmotoren für neue Methoden in Diagnostik und Therapie.

Neue Oberflächenbeschichtungen für Implantate, Trägersysteme für Medikamente, neue Werkstoffe: „Nanotechnologie“ lautet der populärwissenschaftliche Sammelbegriff, von dem Wissenschaftler und Ingenieure in den kommenden Jahren wichtige Innovationen für die Medizintechnik erwarten. Ob Chemiker, Physiker oder Ingenieur: Wer mit Nanotechniken arbeitet, der geht mit Strukturen um, die nicht größer sind als rund 100 Nanometer. Was Materialien und Werkstoffe dieser Größe leisten, präsentiert die ComPaMED 2006, die Fachmesse für den Zuliefermarkt der medizinischen Fertigung.
Nach einer Studie der VDI Technologiezentrum GmbH geht es bei rund der Hälfte aller nanomedizinischen Anwendungen darum, Wirkstoffe zu transportieren. Nanopartikel werden eingesetzt, um Medikamente gezielt in kranken Geweben anzureichern oder um biologische Barrieren wie die Blut-Hirn-Schranke zu überwinden. Aber auch die Wirkstoffe selbst lassen sich zu Nanopartikel verarbeiten, um ihre Löslichkeit und damit ihre Bioverfügbarkeit zu steuern. Eine andere Anwendung ist zum
Beispiel die Beschichtung von Implantaten, damit diese besser verträglich werden.
Es muss aber nicht „Nano“ sein, auch Mikrotechnik ist ein Bereich, in dem die Entwicklung boomt. „Ohne Präzisionskomponenten geht in der Medizintechnik nichts“, beschreibt Dr. Uwe Kleinkes vom IVAM Fachverband für Mikrotechnik einen weiteren Ausstellungsschwerpunkt. Gemeint sind winzige Bauteile und Geräte, welche die Sicherheit für den Patienten erhöhen. So präsentiert die Schweizer Firma Sensirion neue „Micro-Electro-Mechanical-Systems“. Gemeint ist die Kombination aus mechanischen Elementen, Sensoren, Pumpen oder Motoren und elektronischen Schaltungen auf einem Chip. Die neue Technik zur Steuerung von Dosierungen wird bei der Gabe von Narkosemitteln, zur Beatmungsüberwachung von Patienten oder bei der Handhabung kleinster Mengen flüssiger Proben in der Diagnostik und Analytik angewendet. Die Auflösung reicht bis in den Nanoliterbereich.
Dr. med. Arne Hillienhof
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