ArchivDeutsches Ärzteblatt46/2006RANDNOTIZ: Na, dann prost!
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LNSLNS Struktur- und Finanzierungsprobleme: Die immer wiederkehrenden Schlagwörter bei der Diskussion um die Gesundheitsreform führen auf der politischen Bühne regelmäßig zu heftigen Kontroversen über gute oder schlechte Lösungsansätze. Manchmal sorgen sie aber auch einfach nur für ein ungläubiges Kopfschütteln. Das scheint auch dann zu gelten, wenn Struktur- und Finanzierungsprobleme dort aufeinandertreffen, wo Gesetzentwürfe keinen Einfluss haben. So berichtete der Berliner Tagesspiegel, dass an der Berliner Charité einer Dienstanweisung zufolge nur noch mit einer reduzierten Menge an Mineralwasser für die Patienten kalkuliert werden dürfe. Der restliche Durst solle verstärkt mit „Heißgetränken“ gestillt werden. Weiter heißt es in dem Bericht, man wolle die Wasserkisten nicht mehr auf den Gängen lagern (Strukturproblem), wo auch Besucher und Mitarbeiter sich bedienen könnten, und so mit beiden Maßnahmen den Wasserverbrauch um die Hälfte reduzieren (Finanzierungsproblem). Die Sprecherin der Charité betonte zwar umgehend, eine zweite Flasche werde dem Patienten natürlich nicht verwehrt. Doch trotz wissenschaftlicher Vorbereitungen der Dienstanweisung – Statistiker hatten für einen fiktiven Normpatienten (Größe 1,70 cm, 70 kg Gewicht) einen täglichen Flüssigkeitsbedarf von 2100 Millilitern errechnet – hatte die Charité nun neben Finanz- und Strukturproblemen auch ein Akzeptanzproblem. Das hat die Klinik jetzt mit der Zurücknahme der umstrittenen Anweisung gelöst. In einem Schreiben an die Krankenkassenverbände betont der Charité-Vorstand, ein Abweichen vom Durchschnittswert sei natürlich unbegrenzt möglich.
Na, dann prost!
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