EBM-Ratgeber

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Dtsch Arztebl 2006; 103(47): A-3212 / B-2796 / C-2680

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LNSLNS Was kann der Operateur beziehungsweise der weiterbehandelnde Arzt berechnen, wenn er nach einer ambulanten OP noch am OP-Tag zum Patienten gerufen oder vom Patienten angerufen wird?
Die Berechnung des postoperativen Behandlungskomplexes aus dem Abschnitt 31.4 ist in diesem Fall nicht möglich. Laut Präambel zum Kapitel 31 Nr. 1, vierter Spiegelstrich, gilt als Zeitraum einer postoperativen Behandlung der erste bis 21. Tag nach der OP. Präambel 31.2.1 Nr. 8 zählt weiterhin diejenigen Leistungen abschließend auf, die vom Operateur im Zeitraum von drei Tagen beginnend mit dem OP-Tag neben der OP berechnet werden können. Daher kann der Operateur hier nur den Konsultationskomplex für das Telefonat und gegebenenfalls einen Besuch nach den Nrn. 01410 bis 01413 sowie ggf. weitere nach
der Präambel 31.2.1 Nr. 8 zulässige Leistungen berechnen. Für den weiterbehandelnden Arzt entfällt die Einschränkung aus der Präambel 31.2.1 Nr. 8.

Wann kann nach ambulanter OP eine postoperative Behandlung aus Abschnitt 31.4 berechnet werden?
Grundsätzlich soll diese Leistung die postoperative Behandlung des Patienten über einen Zeitraum von 21 Tagen abdecken. Mindestvoraussetzung ist, dass der Arzt den Patienten in der Zeit vom ersten bis 21. Tag nach der OP entweder einmal behandelt, sofern er eine Überweisung vom Operateur erhalten hat, oder zweimal behandelt, sofern er als Operateur selber die Behandlung durchführt.
Der erste Kontakt nach einer OP ist für den Operateur bereits in der OP-Leistung enthalten. Dies soll vermeiden, dass der Operateur den Patienten für die gesamte Nachbehandlung an sich binden muss, auch wenn er ihn nur einmalig zu einer Befundbesprechung sehen muss, die eigentliche Nachbehandlung aber durch einen anderen Arzt auf Überweisung erfolgt. Eine Leistung des Abschnitts 31.4 kann nach der Präambel 31.4.1 Nrn. 3 bis 5 entweder durch den Operateur oder einen auf Überweisung weiterbehandelnden Arzt nur einmal im Zeitraum von 21 Tagen beginnend mit dem OP-Tag berechnet werden. Dies gilt auch, wenn in diesem Zeitraum noch ein zusätzlicher Eingriff aus dem Abschnitt 31.2 erbracht wird oder sich mehrere Ärzte an dieser Leistung beteiligen.

Ausnahme: Nach § 7 Abs. 2 des AOP-Vertrags können Krankenhäuser nach ambulanten OPen gemäß § 115 b SGB V die Leistungen des Abschnitts 31.4 unter Vornahme eines Abschlags in Höhe von 27,5 Prozent von der Punktzahl nur vom ersten bis zum 14. postoperativen Tag berechnen. KBV
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