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LNSLNS Vermutlich haben Sie auch in den letzten Tagen eine ziemlich gut gemachte Anzeige der Commerzbank gesehen. Dort wird im Stil eines Miró-Kunstwerks die Zahl „4“ dem Anleger optisch sehr schön nahegebracht. Auch die Werbeaussage insgesamt macht Lust aufs Weiterlesen.
Hohe Zinsen, eben diese vier Prozent, bietet die Commerzbank, verbunden mit hoher Sicherheit, für ein Jahr an. „Die Commerzbank-Top-Zins-Anlage mit einem Jahr Laufzeit“ schlägt damit sämtliche Tages- und Festgeldkonditionen, die derzeit bei der Konkurrenz zu bekommen sind, mal abgesehen von ein paar meines Erachtens zweifelhaften Adressen, denen ich keinen einzigen Eurocent anvertrauen würde.
Diese vier Prozent sicher auf ein Jahr bekommt aber nicht jeder. Erstens einmal muss der Sparer mindestens tausend Euro aufbringen, und mehr als 20 000 Euro sollten es auch nicht sein; der Betrag darüber unterliegt nicht dem ausgelobten Meisterzins. Wer bereits Kunde der Bank ist, geht zum Zweiten ebenfalls leer aus, denn mit der ungewöhnlichen Offerte verfolgt die Commerzbank offenbar das – legitime – Ziel, Neukunden zu gewinnen.
Wo aber ist der Haken? Wir haben ja in der Vergangenheit oft genug erlebt, dass hinter wohlklingenden Produktnamen und wunderbaren Werbeaussagen ein gehöriger Pferdefuß steckt, der sich erst im Kleingedruckten, aber dann bösartig versteckt.
Gut, das Emissionsvolumen ist begrenzt, quasi solange der Vorrat reicht, eine vorzeitige Schließung der Aktion wäre im Prinzip möglich. Rein rechtlich gesehen erwirbt der Anleger eine Inhaberschuldverschreibung (IHS), die nicht der Einlagensicherung unterliegt. Das wäre aber nur dann von Nachteil, wenn die Bank pleiteginge, wovon nicht auszugehen ist. Also ein „echter“ Haken ist das nicht, zumal im Prospekt auf die Schuldverschreibung hingewiesen wird, wohl aber nicht, dass die IHS nicht gesichert ist.
Clevere Anleger fahren also durchaus gut, das Top-Zins-Angebot der Commerzbank zu favorisieren. Am Ende der Laufzeit gilt jedoch die Devise, wie ein Luchs darauf aufzupassen, welche Konditionen nach zwölf Monaten geboten werden und notfalls neu zu disponieren. Sich meisterlich zu verhalten, immer auf dem Sprung zu sein, ist auch für den Sparer lohnend.


Börsebius-Telefonberatung
Wie an jedem 1. Samstag des Monats können Sie auch am 2. Dezember 2006 von 9 bis 13 Uhr Börsebius (Diplom-Ökonom Reinhold Rombach) anrufen. Wenn in Finanzdingen „der Schuh drückt“, wählen Sie bitte 02 21/98 54 80-17. Die kostenlose telefonische Beratung ist ein Service des Deutschen Ärzteblattes für seine Leser.

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