ArchivDeutsches Ärzteblatt47/2006Filmkalender: Im Kino andere Welten entdecken

KULTUR

Filmkalender: Im Kino andere Welten entdecken

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LNSLNS Neben großem US-Kino gleich drei deutsche Top-Filme – das Deutsche Ärzteblatt stellt alle vier Wochen eine Auswahl sehenswerter Neustarts vor.

Foto: Tobis
Foto: Tobis
Drama
Ab 23. November 2006:
Goyas Geister
Oscar-Preisträger Milos Forman wagt sich mit diesem opulenten Historienfilm über den spanischen Hofmaler Francisco de Goya mehr als zwanzig Jahre nach dem Welterfolg „Amadeus“ erneut an eine historische Künstlerfigur und das Porträt einer Epoche: Spanien 1792, ein Land unter dem Diktat der Inquisition.
Die Kirche fürchtet den Verlust der Macht und die Ideen der Aufklärung. Goyas Muse und Modell Inès gerät ins Visier fanatischer Tugendwächter und muss sich vor dem Tribunal verantworten. Auch der skrupellose Pater Lorenzo, den Goya besticht, kann dem Mädchen nicht helfen.
Spanien/USA 2006, 114 Minuten

Ab 7. Dezember 2006:
Departed – Unter Feinden
Manche Kritiker halten Martin Scorseses Remake des Hongkong-Hits Infernal
Affairs für seinen besten Film seit „The Aviator“. Auf jeden Fall hat er mit bewährtem Team, Kameramann Michael Ballhaus und Cutterin Thelma Schoonmaker, wieder ein extrem dichtes Werk über die Gewalt und ihre psychologischen Aspekte geschaffen. Der Film spielt in South Boston, wo die Polizei dem organisierten Verbrechen den Krieg erklärt. Jack Nicholson ist ein brutaler Gangsterboss, der von einem Polizei-
agenten (Leonardo DiCaprio) bespitzelt wird, während er selbst einen Spitzel (Matt Damon) ins Hauptquartier der Polizei eingeschleust hat. Als beide Seiten erfahren, dass es Maulwürfe gibt, beginnt ein Kampf um Leben und Tod.
USA 2006, 151 Minuten, ab 12 Jahre

Ab 14. Dezember 2006:
Peer Gynt
Ibsens Bühnenstück von1867 ist die Geschichte einer Selbstfindung, die Regisseur Uwe Janson im Film in eine nordische Reise entlang von Gewässern verlegt: Der Träumer Peer Gynt (Robert Stadlober) zeichnet sich durch reiche Fantasie und unbändigen Tatendrang aus, doch alles, was er anpackt, bleibt Episode: ob er die Braut eines anderen verführt oder für seine große Liebe Solvejg (Karoline Herfurth) eine Waldhütte baut. Erst als er als alter Mann zu Solvejg zurückfindet, erkennt er, dass er vor lauter Selbstverwirklichung das
Leben verpasst hat.
Deutschland 2006, 81 Minuten

Komödie
Ab 23. November 2006:
Eden
Wie in „Bella Martha“ belebt Essen als Aphrodisiakum eine Beziehungsstory um Glückssuche, Verlustängste und die Macht der Liebe: in diesem Fall zwischen einem Spitzenkoch und einer Kellnerin, die überzeugend von Theaterschaupieler Josef Ostendorf und Ex-Viva-Moderatorin Charlotte Roche verkörpert werden.
Deutschland/Schweiz 2005, 104 Minuten, ab 12 Jahre

Ab 30. November 2006:
Happy Feet
Ein Film über Pinguine, die nichts lieber machen, als lauthals Lieder zu singen, wirkt auf den ersten Blick abstrus. Doch „Babe“-Macher George Miller hat sein Märchen über einen jungen Kaiserpinguin, der seine Angebetete allein durch
seine Stepkünste gewinnen kann, so sensationell in Szene gesetzt, dass daraus ein Geheimtipp werden könnte.
Australien 2006, 87 Minuten
Dokumentation

Ab 7. Dezember 2006:
Tailor Made Dreams –
Maßgeschneiderte Träume
Das Thema Bollywood einmal anders:
Der Eröffnungsfilm des renommierten schweizerischen Dokumentarfilmfestivals „Visions De Réels” 2006 begleitet den in Bangkok lebenden pakistanischen Schneider Issar M. auf der Reise nach Europa, wo er seine langjährigen Kunden besucht. Auf dem Weg über Berlin, Brüssel, Finnland und die Schweizer Alpen begegnet der 66-Jährige, der sein Leben lang immer nur schuften musste, anderen Kulturen, unerfüllten Lieben, alten Freunden, neuen Kunden und den nie gelebten Möglichkeiten seines Lebens. Dem renommierten Berliner Dokumentarfilmer Marco Wilms gelang mit der Transformation des tapferen Schneiderleins zum Filmstar ein fesselndes Porträt.
Deutschland 2006, 87 Minuten


Fotos: FilmNetwork Wien
Fotos: FilmNetwork Wien
DVD-Tipp

We feed the world – Essen global
Regisseur Erwin Wagenhofer lockte mit seiner intelligenten Analyse unserer globalisierten Nahrungswelt ein unerwartet riesiges Publikum ins Kino und schuf den erfolgreichsten österreichischen Dokumentarfilm überhaupt. Ob Tomaten auf dem Fließband, Legebatterien, Gentechnik oder industrialisierte Fischzucht – hier wird einmal nicht mit dem moralischen Zeigefinger darauf gezeigt. Dafür ist jede einzelne Reportage ein spannender Wirtschaftskrimi.
FilmNetwork, 90 Minuten, 17,95 Euro
Verkaufsstart: 13. November 2006

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