ArchivDeutsches Ärzteblatt47/2006Margaret Chan: Chinesin an der WHO-Spitze

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Margaret Chan: Chinesin an der WHO-Spitze

Hibbeler, Birgit

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Margaret Chan. Foto: WHO
Margaret Chan. Foto: WHO
Zunächst hatte kaum jemand der Chinesin Dr. Margaret Chan (59) gute Chancen eingeräumt, Chefin der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu werden. Schließlich war gerade erst der Südkoreaner Ban Ki Moon (62) zum Generalsekretär der Vereinten Nationen (UN) gewählt worden. Dass noch ein UN-Spitzenposten nach Asien geht, hielten viele Beobachter für unwahrscheinlich. Nun aber bestimmte die WHO-Vollversammlung die Ärztin zur neuen Chefin. Sie tritt die Nachfolge des im Mai im Alter von 61 Jahren verstorbenen Südkoreaners Lee Jong Wook an. Es handelt sich um den bisher höchsten UN-Posten für China.
Chan, frühere Leiterin der Hong-konger Gesundheitsbehörde, gilt als Expertin für Vogelgrippe und SARS. Während ihrer Amtszeit wurden die ersten H5N1-Fälle bei Menschen festgestellt. Die von ihr angeordneten Maßnahmen, etwa Notschlachtungen von Vögeln, stießen damals in Hongkong auf Widerstand. Aus Sicht der internationalen Gemeinschaft jedoch tat Chan genau das Richtige und verhinderte damals eine Ausbreitung der Krankheit.
Ihr Medizinstudium absolvierte Chan an der Universität von West-Ontario, Kanada. Zurück in Hong-kong, trat sie in den Dienst der Gesundheitsbehörde der damaligen britischen Kronkolonie. Seit 2003 arbeitet Chan für die WHO in Genf.
Für den Posten des WHO-Chefs hatten sich elf Kandidaten beworben, darunter auch der Franzose Bernard Kouchner, Gründer von „Ärzte ohne Grenzen“. Birgit Hibbeler
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