ArchivDeutsches Ärzteblatt49/2006aerzteblatt.de: Eine feste Größe im Internet

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aerzteblatt.de: Eine feste Größe im Internet

Dtsch Arztebl 2006; 103(49): A-3317 / B-2889 / C-2769

Schmedt, Michael

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LNSLNS Mitte der 90er-Jahre begann der Siegeszug des Internets. Das Deutsche Ärzteblatt ging 1996 online und hat sich inzwischen mit mehr als 3,5 Millionen Seitenabrufen pro Monat im World Wide Web etabliert.

aerzteblatt.de 2006: Ein großes Informationsportal für gesundheitspolitische und medizinische Informationen im Internet
aerzteblatt.de 2006: Ein großes Informationsportal für gesundheitspolitische und medizinische Informationen im Internet
Bei der Nutzungsdauer von Medien liegt das Internet nach dem Fernsehen und dem Radiohören bereits an dritter Stelle und schlägt damit sogar die Printmedien. 58 Prozent der Bevölkerung sind online, und die Nutzung der Suchmaschine Google hat im Sprachgebrauch längst als „googeln“ Einzug in den Duden gehalten. Die Erfolgsstory „Internet“ begann 1969, als in den USA das militärische Netz ARPANET (Advanced Research Project Agency) des US-Verteidigungsministeriums startete. 1983 zog sich das US-Militär aus dem ARPANET zurück, und es entstand ein ziviles Netz, das NSFET (National Science Foundation Network). 1989 und 1990 entwickelte Tim Berners-Lee am CERN-Institut in der Schweiz den WWW-Standard, der es mithilfe von Hypertext ermöglichte, von einer Information zur nächsten zu springen, ohne komplizierte Befehle eingeben zu müssen. Der Internet-Link war damit geboren. Als Programmiersprache schuf Berners-Lee HTML (Hypertext Markup Language), womit eine einheitliche Formatierung aller Dokumente sichergestellt war. Zur Darstellung benötigte man lediglich ein Hilfsprogramm – den Browser. 1993 gab das CERN-Institut diese Technologie für die Öffentlichkeit frei und sorgte so für die explosionsartige Verbreitung des Internets. Die Anzahl der „.de-Domains“ stieg von 1 000 im Jahr 1994 auf mehr als zehn Millionen im Jahr 2006.
Früher Start
aerzteblatt.de im Jahr 1998
aerzteblatt.de im Jahr 1998
Das Deutsches Ärzteblatt (DÄ) brachte sein Online-Angebot 1996 auf den Weg. Das DÄ war damit vergleichsweise früh dran wie auch – zum Beispiel – das „British Medical Journal“ und „Spiegel Online“, die Ende 1995 beziehungsweise 1996 mit ihren Online-Aktivitäten begannen. Die Entscheidung, von vornherein eine Volltext-Datenbank mit vielfältigen Suchmöglichkeiten zu schaffen, war die Grundlage für den Aufbau des inzwischen mehr als 45 000 Artikel umfassenden Online-Archivs des Deutschen Ärzteblattes. Sämtliche Beiträge des DÄ werden als HTML- (mit Bildern und Grafiken) und als PDF-Datei (heftidentische Darstellung) vorgehalten. Neben dem Archiv umfasste das ursprüngliche Internet-Angebot des DÄ zweimal wöchentlich aktualisierte Nachrichten und den Stellen- und Anzeigenmarkt.
In den nächsten beiden Jahren kamen Internet-Foren hinzu, und die DÄ-Magazine PraxisComputer (inzwischen PRAXiS, www.aerzteblatt.de/praxis) und das Reisemagazin (www.aerzteblatt.de/reise) wurden in das DÄ-Archiv aufgenommen.
aerzteblatt.de im Jahr 1999
aerzteblatt.de im Jahr 1999
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Ab 1999 bot das DÄ als weiteren Leserservice auch Inhalte an, die nicht in der gedruckten Ausgabe enthalten waren, wie zum Beispiel Gesetzestexte aus dem Bereich der Gesundheitspolitik und einen Markt-überblick zur Praxis-EDV mit Angaben zum Leistungsspektrum der verschiedenen Programme. Die Zugriffe stiegen kontinuierlich. Lagen die durchschnittlichen Seitenabrufe zu Beginn noch bei rund 40 000 im Monat, wurden Ende 1999 schon mehr als 300 000 verzeichnet. Für weiteren Aufschwung sorgte die unmittelbare Einbindung der Online-Leser. Das Internet wurde zunehmend nicht nur als Archiv zur Recherche von Beiträgen wahrgenommen, sondern auch als Kommunikationsmedium zum Meinungsaustausch. Das Deutsche Ärzteblatt reagierte auf diesen Trend und eröffnete die ersten Internet-Foren – die Diskussionsplattform über Arbeitsbedingungen junger Ärztinnen und Ärzte wurde als Forum „Ausbeutung“ zum Klassiker. Dass Foren auch Hilfestellung sein können, zeigen die DÄ-Foren zu „Arbeiten im Ausland“. Dort können sich Interessierte – nach Ländern gegliedert – über Arbeitsbedingungen im Ausland informieren und Kontakte knüpfen.
aerzteblatt.de im Jahr 2000
aerzteblatt.de im Jahr 2000
Großer Relaunch 2001
Zur Medica 2001 in Düsseldorf feierte aerzteblatt.de nach mehr als 18 Millionen aufgerufenen Seiten sein fünfjähriges Jubiläum mit einem umfassenden Relaunch. Die HTML-Darstellung, die bislang ausschließlich Textinformationen enthielt, wurde um Bilder, Grafiken und Tabellen ergänzt. Diese werden in einem eigenen Fenster angezeigt und können separat ausdruckt werden. Die über die Print-Ausgabe hinausgehenden Inhalte wurden unter der Rubrik „DÄ plus“ erweitert, sodass der Leser jetzt in jeder Ausgabe zu einzelnen Artikeln weiterführende Informationen vorfindet, darunter im Text erwähnte Studien, zusätzliches Zahlenmaterial oder offizielle Verlautbarungen im Volltext. Ein weiterer Service für den Leser wurde bei den Literaturverzeichnissen mit der direkten Verbindung zur medizinischen Literaturdatenbank Medline eingerichtet. Von den einzelnen Literaturstellen kann der Anwender nun mit einem Klick das Abstract – falls vorhanden – aus der Datenbank der National Library of Medicine abrufen.
aerzteblatt.de im Jahr 2001
aerzteblatt.de im Jahr 2001
Um den Leser zusätzlich zur aktuellen Berichterstattung im Heft auch täglich mit Informationen zu versorgen, baute die Redaktion den Online-Nachrichtendienst stark aus. Der Online-Leser kann täglich aktuelle Meldungen aus der Politik, der Medizin, den ärztlichen Organisationen, aus dem Ausland auf der Homepage abrufen oder sich als Newsletter zusenden lassen. Auch ein RSS-Feed ist im Angebot, der in regelmäßigen Abständen eine automatische Aktualisierung von Inhalten auf dem Computer ermöglicht. Dadurch erhält der Abonnent automatisch die jeweils neuesten Informationen (www.aerzteblatt.de/rss) – in diesem Fall die aktuellen Nachrichten von aerzteblatt.de. Auf den Nachrichtendienst entfallen inzwischen mehr als 350 000 Zugriffe im Monat. Der Relaunch im Jahr 2001 wurde von den Online-Lesern honoriert, und aerzteblatt.de überschritt im November 2001 erstmals die Millionengrenze bei den monatlichen Seitenabrufen. Im Jahr 2002 folgte ein weiterer Schritt in der Weiterentwicklung des Online-Angebots: das Deutsche Ärzteblatt für Psychologische Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten (kurz PP genannt) ging online (www.aerzteblatt.de/pp).
aerzteblatt.de im Jahr 2004
aerzteblatt.de im Jahr 2004
Als nächstes Projekt realisierte die Redaktion im September 2004 die zertifizierte Fortbildung. Unter www.aerzteblatt.de/cme entstand ein Fortbildungsportal, auf dem die DÄ-Leser zwölfmal im Jahr Fortbildungspunkte sammeln können. Die Anmeldung ist denkbar einfach: Nach Eingabe der postalischen und E-Mail-Adresse erhält der Teilnehmer umgehend eine Benutzer-ID per Mail und kann beginnen. Die Resonanz: Durchschnittlich 20 000 Ärztinnen und Ärzte nehmen an den einzelnen Fortbildungseinheiten teil. Rund 65 000 Mediziner haben sich bislang registriert und haben rund 550 000 Mal Punkte gesammelt. Inzwischen verzeichnet das Internet-Angebot des DÄ mehr als 3,5 Millionen Zugriffe (page impressions) im Monat bei rund 600 000 Besuchern (visits). Die kontinuierliche Weiterentwicklung von aerzteblatt.de mit tagesaktuellen Informationen, einer frei zugänglichen Archivdatenbank mit sämtlichen DÄ-Ausgaben seit 1996, einem großen Stellenmarkt (www.aerztestellen.de) und interaktiven Angeboten wie die Foren und das Fortbildungsangebot hat dafür gesorgt, dass sich das Deutsche Ärzteblatt als feste Größe für gesundheitspolitische und medizinische Informationen im Internet etabliert hat.
Michael Schmedt

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