ArchivDeutsches Ärzteblatt10/1997Euthanasie: Moralische Zensuren?

SPEKTRUM: Leserbriefe

Euthanasie: Moralische Zensuren?

Dammann, Richard

Zu dem Beitrag "Kein Recht auf Tötung" von Dr. med. Thomas Fuchs und Prof. Dr. med. Hans Lauter in Heft 5/1997
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LNSLNS Leider wird hierzulande das Wort Euthanasie immer noch mit den Verbrechen des Dritten Reiches in Verbindung gebracht, die nun weiß Gott nichts mit sanftem Tod zu tun hatten. Warum nennt man diese Taten nicht bei ihrem wahren Namen? Schließlich waren es Morde ohne jede Rücksicht auf den Willen der Betroffenen noch deren Angehörigen, wohl aber mit weitgehender Zustimmung aus der Ärzteschaft, wie jetzt immer mehr deutlich wird . . .
Wann endlich wird es möglich sein, daß auch bei uns über die Wünsche von Sterbenden offen und ohne Vorurteil, vor allem ohne religiösen Anspruch, geredet werden kann? Auch die aktive Sterbehilfe mag in besonderen Fällen angezeigt sein, wenn man bedenkt, daß die jetzt immer wieder praktizierte passive Sterbehilfe die Qualen eines Sterbenden unnötig verlängern kann. In Holland wird einem Todkranken die aktive Sterbehilfe nicht verweigert, wenn, wie in einem Demonstrationsfilm gezeigt, dem an fortschreitender Lähmung (ALS) Erkrankten der Erstickungstod bevorstehen würde.
Bekanntlich haben die Niederlande sich tapfer gegen Naziterror gewehrt, wir wollen jetzt doch nicht den dortigen Ärzten moralische Zensuren erteilen!
Dr. Richard Dammann, Eichhalde 8, 79104 Freiburg
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