ArchivDeutsches Ärzteblatt49/2006Hepatitisaktivierung durch Chemotherapie

MEDIZIN: Referiert

Hepatitisaktivierung durch Chemotherapie

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LNSLNS Eine latente HBV-Infektion, meist bei HBsAg-negativen, anti-HBc positiven Individuen, kann reaktiviert werden; das weiss man von der Lebertransplantation. Die latente HBV-Infektion geht mit einer hohen Morbidität und Mortalität einher. Auch eine Chemotherapie bei Tumorpatienten kann zu einer Hepatitis-B-Aktivierung führen, wie die von den chinesischen Autoren bei 244 konsekutiven Lymphompatienten gewonnenen Daten zeigen. Alle Patienten waren HBsAg-negativ und wurden im Schnitt 12,4 Monate lang chemotherapiert. Acht der 244 Patienten (3,3 Prozent) entwickelten eine de-novo-Hepatitis B mit einem Anstieg der HBV-DNA auf das Hundertfache innerhalb von 18,5 Monaten. Bei allen acht Patienten handelte es sich offensichtlich um eine Reaktivierung einer okkulten HBV-Infektion bei primär unauffälliger Transaminasenaktivität. Bei drei der acht Patienten kam es zu einem fulminanten Leberversagen (37,5 Prozent), im Gegensatz zu sechs der übrigen 236 Patienten (2,5 Prozent) ohne de-novo-HBV-induzierter Hepatitis.
Die Autoren empfehlen eine Überwachung der Patienten. Wenn der HBV-DNA-Wert um das Hundertfache steigt, so kann frühzeitig mit einer antiviralen Behandlung parallel zur Chemotherapie begonnen werden. W

Hui Ch-K, Cheung WWW, Zhang N-Y et al.: Kinetics and risk of de-novo Hepatitis B infection in HBsAg – negative patients undergoing vytotoxic chemotherapy. Gastroenterology 2006; 131: 59–68. Dr. Chee-Kin Hui,
E-Mail: ckhui23@gmail.com

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