ArchivDeutsches Ärzteblatt49/2006Probiotika bei Reizdarm

MEDIZIN: Referiert

Probiotika bei Reizdarm

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LNSLNS Derzeit werden eine Vielzahl probiotischer Joghurts angeboten, ohne dass ausreichend wissenschaftliche Studien über den gesundheitsfördernden Nutzen der einzelnen darin enthaltenen Bakterienstämme vorliegen. Eine Arbeitsgruppe aus Manchester berichtete jetzt über den Einsatz von Bifidobacterium infantis 35 624 beim Reizdarmsyndrom. 362 Patienten mit diesem Krankheitsbild wurden vier Wochen lang mit einer von drei B.-infantis-Dosierungen, nämlich 106, 108 oder 1010 cfu/ml in gefriergetrockneter verkapselter Form oder Placebo behandelt. Die mittlere Dosierung des Probiotikums erwies sich bezüglich der Reizdarmsymptomatik den übrigen Therapiemodalitäten als signifikant überlegen. Abdominale Schmerzen, Blähungen, unvollständige Darmentleerung, Tenesmen und Flatulenz wurden positiv beeinflusst. Diese ausschließlich bei Frauen gewonnenen Daten dürfen naturgemäß nicht auf alle Patienten mit Reizdarm übertragen werden und gelten nur für den untersuchten Bakterienstamm, bei dem in weiteren klinischen Studien noch die optimale Dosis und Applikationsform erforscht werden muss. W

Whorwell PJ et al.: Efficacy of an encapsulated probiotic bifidobacterium infantis 35 624 in women with irritable bowel syndrome. Am J Gastroenterol 2006; 101: 1581–90. Dr. Peter J. Whorwell,
E-Mail: peter.whorwell@manchester.ac.uk

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