ArchivDeutsches Ärzteblatt49/2006Ankylosierende Spondylitis: Biologics erweitern Therapiepalette

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Ankylosierende Spondylitis: Biologics erweitern Therapiepalette

Dtsch Arztebl 2006; 103(49): A-3360

Leinmüller, Renate

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LNSLNS Die Behandlungsmöglichkeiten bei ankylosierender Spondylitis (AS) – speziell der spinalen Form – haben sich durch Biologics deutlich verbessert. Basistherapeutika sind bei der ankylosierenden Spondylitis nur bei peripheren Symptomen, bei spinalen Beschwerden aber kaum wirksam. Hier standen bis vor wenigen Jahren nur nichtsteroidale Antirheumatika und Glucocorticoide zur Verfügung. Mit Tumornekrose-alpha(TNF-a-)-Blockern gelingt eine deutliche Besserung der Symptome und, so die Hoffnung, eine Hemmung des Krankheitsprogresses.
Für Adalimumab (Humira®), als dritter Vertreter dieser Gruppe zugelassen, belegt die ATLAS-Studie (Adalimumab Trial evaluating Long-term efficacy and safety in AS) ein schnelles Ansprechen innerhalb von zwei Wochen und eine anhaltende Wirkung. In der Studie injizierten sich 208 Patienten alle 14 Tage 40 mg des monoklonalen humanen Antikörpers subkutan, die Placebogruppe bestand aus 107 Patienten.
Nach zwölf Wochen (primärer Endpunkt) zeigten 58 Prozent der Verum- und 21 Prozent der Placebogruppe eine 20-prozentige Verbesserung des Krankheitsbildes nach den internationalen Kriterien (ASAS20). Die partiellen klinischen Remissionsraten bezifferte Prof. Joachim Sieper (Berlin) zu diesem Zeitpunkt auf 20,7 versus 3,7 Prozent, die Vergleichswerte lagen nach 24 Wochen bei 22,1 versus 5,6 Prozent.
Eine auf die Hälfte reduzierte Krankheitsaktivität im Bath-AS-Disease-Activity-Index (BASDAI) wurde nach sechs Monaten bei 42 Prozent der Verum- und 15 Prozent der Placebo-Patienten dokumentiert. Eine signifikante Reduktion ist ebenfalls bei den peripheren Manifestationen belegt. Der Antikörper verspricht auch bei Patienten mit vollständiger Ankylose der Wirbelsäule teilweise Nutzen: Drei von sechs Patienten reagierten mit reduzierten Symptomen.
Die Therapie wird nach Angaben von Prof. Klaus Krüger (München) von 95 Prozent der Patienten gut vertragen, als häufigste Nebenwirkungen wurden Nasopharyngitiden und Infektionen der oberen Luftwege unter chronischer Therapie in acht bis zehn Prozent beobachtet, schwere Infekte seien selten und eher bei multimorbiden Patienten zu sehen.
Dr. rer. nat. Renate Leinmüller

Pressekonferenz „Humira® – neue Therapieoption bei ankylosierender Spondylitis“ in Frankfurt/Main, Veranstalter: Abbott Immunology
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