ArchivDeutsches Ärzteblatt PP12/2006Gestützte Punktwerte: Kassen in Hessen zahlen Mehrbedarf nicht

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Gestützte Punktwerte: Kassen in Hessen zahlen Mehrbedarf nicht

Bühring, Petra

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Der Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Hessen kritisiert, dass die hessischen Krankenkassen, kein zusätzliches Geld für die Vergütung psychotherapeutischer Leistungen zur Verfügung stellen. Durch ein Urteil des Bundessozialgerichts steht Psychotherapeuten für zeitgebundene gutachterabhängige Leistungen ein fester Punktwert zu. In anderen Bundesländern beteiligen sich die Krankenkassen in der Regel zu 50 Prozent an dem zusätzlichen Honorarbedarf. „Die Blockadehaltung der Kassen hat massive Auswirkungen nicht nur auf die psychotherapeutische Versorgung, sondern auf die gesamte fachärztliche Versorgung in Hessen“, erklärt der stellvertretende Vorstandsvorsitzende, Dr. med. Gerd W. Zimmermann. Durch das Ausbleiben der Zahlungen müsse der Punktwert der Psychotherapeuten mit sechs Millionen Euro pro Jahr aus dem Facharzttopf gestützt werden. Dies führe zu einem Einbruch der fachärztlichen Honorare von rund fünf Prozent, beispielsweise im Vergleich zu Baden-Württemberg.
Ein Grund für die Weigerung der Krankenkassen zu zahlen, ist eine Entscheidung des Landesschiedsamtes aus dem Jahr 2005. Diese besagt, dass die Kassen 50 Prozent des Mehrbedarfs nur für den Zeitraum von 2000 bis Mitte 2004 übernehmen sollten. Die KV Hessen hat diesen Schiedsamtspruch beklagt. Zimmermann kündigte ein „entschiedenes Handeln“ der KV an: „Wir können nicht zusehen, dass zahlreiche Praxen durch die Haltung der Kassen in wirtschaftliche Probleme geraten.“ PB
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