ArchivDeutsches Ärzteblatt PP12/2006Nichtraucherschutz: Kompromiss voller Widersprüche

AKTUELL

Nichtraucherschutz: Kompromiss voller Widersprüche

Bühring, Petra

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS
Ungleichbehandlung: Im Gegensatz zu Kneipen und Bars darf in Diskotheken künftig nicht mehr geraucht werden. Foto: Caro
Ungleichbehandlung: Im Gegensatz zu Kneipen und Bars darf in Diskotheken künftig nicht mehr geraucht werden. Foto: Caro
Die Einigung von Union und SPD zum besseren Nichtraucherschutz stößt überwiegend auf Kritik. Danach soll es künftig ein Rauchverbot in öffentlichen Gebäuden und Verkehrsmitteln, in Kindergärten, Schulen und Krankenhäusern geben. In Restaurants müssen die Bereiche für Raucher durch Türen abgetrennt werden. Auch in Diskotheken soll das Rauchen verboten werden. In Schankgaststätten, also in Bars, Kneipen und Bierzelten, ist das Rauchen hingegen weiterhin erlaubt.
Die Unterscheidung zwischen Restaurants und Schankgaststätten hält der Präsident der Bundes­ärzte­kammer, Prof. Dr. med. Jörg-Dietrich Hoppe, für „widersinnig und gerade im Hinblick auf den Schutz des Personals vor krebserregendem Passivrauch für absolut kontraproduktiv“. Man dürfe jetzt nicht auf halbem Weg stehen bleiben. „Die Koalition sollte nicht aus falscher Rücksichtnahme auf die Interessen der Tabakindustrie die Einsicht in die Notwendigkeit eines konsequenten Rauchverbots verweigern“, forderte Hoppe.
Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Sabine Bätzing (SPD), hätte sich eine „klarere, deutlichere Regelung“ gewünscht; es werde aber „ein mehrheitsfähiger Gesetzentwurf gebraucht“. Die Geschäftsführerin des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes, Ingrid Hartgies, zeigte sich dagegen erfreut, dass ein Radikalverbot vom Tisch sei. PB
Anzeige

Kommentare

Die Kommentarfunktion steht zur Zeit nicht zur Verfügung.

Fachgebiet

Zum Artikel

Der klinische Schnappschuss

Alle Leserbriefe zum Thema

Stellenangebote