ArchivDeutsches Ärzteblatt PP12/2006Gesprächspsychotherapie: Keine Anerkennung als GKV-Leistung

POLITIK

Gesprächspsychotherapie: Keine Anerkennung als GKV-Leistung

Bühring, Petra

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LNSLNS Wirksamkeit und Nutzen der Gesprächspsychotherapie (GT) ist für die Behandlung der wichtigsten psychischen Erkrankungen – mit Ausnahme der Depression – nach Prüfung durch den Gemeinsamen Bundes­aus­schuss (G-BA) nicht wissenschaftlich belegt. Der G-BA hat deshalb beschlossen, das Verfahren auch künftig nicht in den Leistungskatalog der Gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung (GKV) aufzunehmen. Nachdem die GT 2002 vom Wissenschaftlichen Beirat Psychotherapie zur vertieften Ausbildung anerkannt worden war, hat die Prüfung zur sozialrechtlichen Zulassung rund vier Jahre gedauert. Dr. Rainer Hess, Vorsitzender des G-BA, räumte bei einem Pressegespräch in Berlin ein, dass dieser Zeitraum „sehr lang” gewesen sei. Doch die Begutachtung von mehr als 100 Studien nach den Kriterien der evidenzbasierten Medizin habe sehr viel Zeit in Anspruch genommen. Nur eine Studie habe eindeutig belegt, dass die GT zur Behandlung von Depressionen genauso hilfreich sei wie andere, bereits etablierte Verfahren. „Die Wirksamkeit bei nur einer Indikation reicht aber nicht aus“, sagte Hess. Eine breite Versorgungsrelevanz sei ein wesentliches Kriterium für die Aufnahme in den GKV-Leistungskatalog.
Die bereits in der GKV etablierten Verfahren – Psychoanalyse, tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie, Verhaltenstherapie – wurden nicht nach den Kriterien der evidenzbasierten Medizin gemäß G-BA-Verfahrensordnung geprüft. Um dem Einwand der Ungleichbehandlung zu begegnen, bekräftigte Hess noch einmal seine Absicht, auch diese Verfahren – in ihrer Anwendung auf Erwachsene – erneut entsprechend zu prüfen. PB
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