ArchivDeutsches Ärzteblatt PP12/2006Internetrecherche zu psychischen Störungen bei Heranwachsenden: Eine Vielzahl guter Seiten

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Internetrecherche zu psychischen Störungen bei Heranwachsenden: Eine Vielzahl guter Seiten

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LNSLNS Ausgewählte Ressourcen zu psychischen Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen

Psychische Störungen bei Kindern und Jugendlichen treten etwa ebenso häufig auf wie bei Erwachsenen. Esser und Ihle (2002) analysierten die wichtigsten Studien zur Epidemiologie. Dabei betrug der Median der Periodenprävalenzraten 18 Prozent. Als häufigste Störungen zeigten sich Angststörungen mit einer durchschnittlichen Prävalenz von rund zehn Prozent, gefolgt von dissozialen Störungen mit 7,5 Prozent.
Informationen für Experten
www.fruehbehandlung.de
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Unter http://kinderpsychiater.org/linksfg.htm findet man eine Übersicht einschlägiger Fachgesellschaften. Verlinkt wird beispielsweise mit der International Association for Child and Adolescent Psychiatry and Allied Professions (IACAPAP) (http://iacapap.ki.se). Die IACAPAP führt weitere Mitgliederorganisationen der Nationen Belgien bis Uruguay auf. Unter der Rubrik „Kongresse“ können bisherige Veranstaltungen und die Ankündigungen aktueller Fachkongresse eingesehen werden. Die European Society for Child and Adolescent Psychiatry (ESCAP) (www.dgkjp.de/escap/in dex1.htm) möchte die europäische Tradition der Kinder- und Jugendpsychiatrie pflegen und den Austausch zwischen Ärzten in der psychiatrischen Tätigkeit in europäischen Ländern fördern und ausbauen.
www.kinderpsych.de
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Neben weltweiten sind auch eine Vielzahl deutscher Fachgesellschaften und Verbände rund um das Thema Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie im Internet vertreten. Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie e.V. (DGKJP) (www.dgkjp.de) ist die wissenschaftliche Vereinigung der Fachärzte für Kinder- und Jugend-psychiatrie und -psychotherapie. Ihre Onlinepräsenz umfasst aktuelle Stellungnahmen und einen Kongresskalender. Ebenso ist auch eine Aufstellung von im Netz vertretenen Kinder- und Jugendpsychiatrien, Tageskliniken und Ambulanzen abrufbar. Beim Berufsverband für Kinder und Jugendliche, Psychosomatik und Psychiatrie in Deutschland e.V. (BKJPP) (http://kinderpsychiater.org) lassen sich Auskünfte und Adressen zum Verband, aber auch zur Kinder- und Jugendpsychiatrie, Kinderneurologie und Psychotherapie allgemein einholen. Unter der Rubrik „Krankheiten“ findet man Angaben über die Störungsbilder von Adipositas bis Zwangsstörungen. Viele sind mit der Diagnose nach ICD-10 und Zusatzinformationen, wie Leitlinien, Artikeln, aber auch Links versehen. Weiterhin kann der BADO-Bogen, eine Basisdokumentation für Kinder- und Jugendpsychiatrie, und das dazugehörige Manual abgerufen und ausgedruckt werden.
Neben Indikationen und Behandlungsansätzen referieren viele universitäre Kliniken über laufende Forschungsprojekte. So zum Beispiel die Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters der Charité Berlin (www.charite.de/rv/kpsych) mit ihren Studien zum Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivi-tätssyndrom (ADHS) und zu anorektischen, bulimischen und anderen Essstörungen. Die Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (http://www.uke.uni-ham burg.de/kliniken/kinderpsychiatrie) beschäftigt sich schwerpunktmäßig unter anderem mit Schizophrenie im Kindes- und Jugendalter; ein weiteres Forschungsprojekt behandelt „Kinder psychisch kranker Eltern – Risikofaktoren, präventive Interventionen und deren Evaluation“. Das Zentralinstitut für seelische Gesundheit (www.zimannheim.de/martin_ schmitt. html) präsentiert Ergebnisse der Arbeitsgruppen Essstörungen, Neuropsychologie sowie ADHS im Kindes- und Jugendalter.
Ausbildungsinstitute
Links und Adressen von Ausbildungsinstituten im Bereich der Kinder- und Jugendpsychotherapie findet man in einer Übersicht auf der Homepage des Diplompsychologen Fritz Propach (www.therapie.de). Exemplarisch für Ausbildungsmöglichkeiten im Rahmen der Richtlinienverfahren steht für die verhaltenstherapeutische Ausrichtung die Deutsche Gesellschaft für Verhaltenstherapie e.V. (www.dgvt.de/Aus-Weiterbildung.4.0.html). Psychodynamisch ausgerichtete Aus-, Weiter- und Fortbildung bieten die Vereinigung Analytischer Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeuten in Deutschland e.V. (VAKJP) (www. vakjp.de) und die Köln-Bonner
Akademie für Psychotherapie (KBAP) (www.kbap.de) an. Ein Curriculum Systemtherapeutische Kinder- und Jugendlichentherapie wird zum
Beispiel vom Helm-Stierlin-Institut in Heidelberg angeboten (www.hsi-heidelberg.com). Weitere Ausbildungsinstitute können mithilfe einer Suchfunktion bei der Internetpräsenz der Deutschen Gesellschaft für Systemische Therapie und Familientherapie (www.dgsf.org) ausfindig gemacht werden. An humanistisch orientierte und interessierte Fachkreise wendet sich das Weiter- und Fortbildungsangebot des Kölner Instituts für Kindertherapie (KIKT) (www.kikt.de). Hypnotherapeutische und systemische Konzepte für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen werden in Seminaren bei der Milton-Erickson-Gesellschaft für klinische Hypnose e.V. (M.E.G.) vermittelt (www.meg-hypnose.de). Wer sich in der Sandspieltherapie schulen lassen möchte, der kann sich beim Onlineauftritt der Deutschen Gesellschaft für Sandspieltherapie (DGST) (www.sand spiel.de) informieren.
Zu einer Reihe Störungsbilder, wie zum Beispiel „Regulationsstörungen im Säuglingsalter“, „Hyperkinetische Störungen“, „Phobische Störungen und emotionale Störungen des Kindesalters“ und „Suizidalität im Kindes- und Jugendalter“, können Hinweise zur (Differenzial-)Diagnostik und zu Komorbiditäten und Interventionen bei der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften abgerufen werden (www. uni-duesseldorf.de/AWMF).
Eine Liste spezialisierter Fachzeitschriften ist von der bereits erwähnten BKJPP unter der Rubrik „Publikationen“ zusammengestellt worden, so unter anderem das „Journal of the American Academy of Child & Adolescent Psychiatry“ (www.jaacap.com), die „Zeitschrift für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie“ (http://verlag.hanshuber.com/Zeitschriften/ZKJP/contents.html), das Fachblatt „Analytische Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapie (AKJP)“ (www.bran des-apsel-verlag.de/gesamt23.html) oder die „Praxis der Kinderpsychologie und Kinderpsychiatrie“ (www. v-r.de/zeitschriften/500024).
Informationen für Eltern
Eltern, die Antworten auf Fragen wie „Wer hilft wann und wo?“, „Wo finde ich den richtigen Arzt?“ oder „Wie wird geholfen?“ suchen, erhalten auf den Webseiten von Dr. Werner Rosenheim, Arzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie, fachkundige Auskunft (www.kinder psychiatrie.de). Kinderpsych.de, die Infoseite über psychische Probleme bei jungen Menschen, publiziert von Dr. med. Jan Nedoschill, Abteilung für Kinder- und Jugendpsychiatrie der Universität Erlangen, klärt über Probleme wie zum Beispiel „Warum bringen Eltern und Familien ihre Kinder oder Jugendlichen zum Psychiater?“ oder „Sind Eltern und Familien für das Problem ihres Kindes verantwortlich?“ und „Welche Behandlung wird angeboten?“ auf. Begriffserklärungen und Links für Familien und Suchseiten für kinder- und jugendpsychiatrische Praxen und Ambulanzen runden das Angebot ab. Das Institut für Psychosomatik und Verhaltenstherapie (IPVT) (www.psy chosomatik.at/kindertherapie.htm) liefert reichhaltige Informationen zur verhaltenstherapeutischen Behandlung unterschiedlicher Krankheitsbilder, wie zum Beispiel Ängste, Tics im Kinder- und Jugendalter, Verhaltens- und Entwicklungsstörungen bei Kindern oder kindliches Einnässen. Anfragen können per E-Mail gestellt werden. Wer Rat vor Ort sucht, kann sich an eigens dafür vorgesehene Ambulanzen wenden. Viele stellen ihr Angebot im Internet vor, so zum Beispiel die Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie der Rheinischen Kliniken Essen (www.uni-essen.de/kjp). Die Ambulanz ist offen für alle Fragen zur seelischen und geistig-körperlichen Entwicklung von Kindern und Jugendlichen bis zu 18 Jahren. Es bestehen spezielle Beratungs- und Behandlungsmöglichkeiten für Kinder mit Aufmerksamkeits-, Hyperaktivitäts- und Teilleistungsstörungen sowie Entwicklungsstörungen und für Kinder, die an einer Psychose erkrankt sind. Unterstützung bei Störungen von Kindern im Alter von null bis sechs Jahren bekommt man zum Beispiel beim Zentrum für Frühbehandlung und Frühförderung in Köln an (www.fruehbehandlung.de). Es unterhält eine Sprechstunde für Babys und Kleinkinder mit Schrei-, Schlaf- und Fütterungsstörungen und macht eine Reihe psychotherapeutischer Angebote (Diagnostik, Therapieplanung, Beratung), die das Spektrum von ressourcen- und lösungsorientierten, familiensystemischen, verhaltenstherapeutischen und tiefenpsychologischen Ansätzen umfassen.
Für Kinder und Jugendliche in Not gibt es eine Reihe von problemübergreifenden sowie problemspezifischen Beratungsangeboten im Internet, die individuell auf persönliche Fragen antworten und zum Teil Anlaufstellen vor Ort nennen.
Für Kinder und Jugendliche mit Sorgen und Nöten aller Art ist der BKE-Sorgenchat (www.bke-sorgen chat.de) ein Angebot. Träger ist die Bundeskonferenz für Erziehungsberatung. Jugendliche erhalten professionelle Hilfe in webbasierter Einzelberatung oder im Einzelchat. Auf Wunsch können sich die Teenager auch mit Gleichgesinnten im Chat oder Forum austauschen. Eine andere Anlaufstelle ist das Kummernetz (www.kummernetz.de). Hier wird zielgruppenspezifisch unterschieden zwischen Jugendlichen und Kindern, die per E-Mail oder Chat in Dialog mit ehrenamtlichen Beratern treten oder sich (im Chat oder Forum) gegenseitig unterstützen können.
Für Kinder und Jugendliche mit umschriebenen psychischen Störungen gibt es spezielle Internetseiten, die nicht nur altersgerechte Informationen zu typischen Problemen und Behandlungsmöglichkeiten liefern, sondern auch Diskussionsforen, Mailinglisten und Chatrooms für Betroffene anbieten. So findet man zum Beispiel eine empfehlenswerte Plattform für essgestörte Jugendliche (www.hungrig-online.de). Onlineberatung für schwerstkranke und unheilbar kranke Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene und deren Angehörige bietet die Björn-Schulz-Stiftung an (www.bjoern-schulz-stif tung.de). Suizidgefährdete Kinder und Jugendliche finden bei neuhland.de telefonisch einen Ansprechpartner oder via Chat. Die Zugänge zu diesen beiden – wie auch anderen spezialisierten Beratungsangeboten für Kinder und Jugendliche von verschiedensten karitativen Einrichtungen – stellt das Beratungsnetz (www.das-beratungsnetz. de) bereit.
Ebenfalls im Netz aktiv sind betroffene Jugendliche, um Kontakt zu anderen Betroffenen aufzunehmen, über ihre Krankheit zu berichten, die eigenen Probleme darzustellen und so dazu beizutragen, Vorurteile über psychisch Kranke abzubauen (2). Ein Beispiel hierfür ist die Schülerzeitung „Klapse“ (www. klapse.de), ein Projekt an der Schule der Kinder- und Jugendpsychiatrie, Rheinische Landes- und Hochschulklinik Düsseldorf. Die Zeitschrift erscheint seit 1991 und wird – mit Unterstützung durch ehrenamtliche Helfer – auch im Internet veröffentlicht.
Weitere qualitativ hochwertige Internetinformationen zu kinder- und jugendpsychologischen Störungsbildern stellen Rünger und Haverkamp (2003) zusammen. Internetressourcen zur psychischen Traumatisierung im Kindesalter findet man bei Eichenberg (2004).
Literatur
1. Esser G, Ihle W: Epidemiologie psychischer Störungen im Kindes- und Jugendalter: Prävalenz, Verlauf, Komorbidität und Geschlechtsunterschiede. Psychologische Rundschau 2002; 53, 4: 159–69.
2. Eichenberg C: In der virtuellen Welt – Selbstdarstellung im Internet. In: Janssen L (Hrsg.): Auf der virtuellen Couch – Selbsthilfe, Therapie und Beratung im Internet. Bonn: Psychiatrie-Verlag 1998.
3. Eichenberg C: Internetadressen zu Kindheitstrauma. Zeitschrift für Psychotraumatologie und Psychologische Medizin 2004; 4: 87–8.
4. Rünger M, Haverkamp F: Ressourcen zur Kinder- und Jugendpsychologie, -psychiatrie und -psychotherapie im Internet. In: Ott R, Eichenberg C (Hrsg.): Klinische Psychologie und Internet. Potenziale für klinische Praxis, Intervention, Psychotherapie und Forschung, Göttingen: Hogrefe 2003: 47–61.

Anschrift für die Verfasser
Dr. Christiane Eichenberg, Dipl.-Psych., Kareen Portz, Institut für Klinische Psychologie und Psychotherapie, Universität zu Köln, Höninger Weg 115, 50969 Köln, E-Mail: eichenberg@uni-koeln.de, Internet: www.christianeeichenberg.de
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