ArchivDeutsches Ärzteblatt50/2006GKV-Leistungskatalog: Kürzungsvorschläge auf dem Tisch

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GKV-Leistungskatalog: Kürzungsvorschläge auf dem Tisch

Rieser, Sabine

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Foto: Photothek.net
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Eine Neubestimmung des Leistungskatalogs der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung (GKV) fordert Prof. Dr. med. Fritz Beske seit längerem. Nun hat der Direktor des nach ihm benannten Forschungsinstituts in Kiel am 6. Dezember in Berlin ein rund 150 Seiten starkes Handlungskonzept vorgelegt.
Darin schlägt Beske im Kern vor, dass sich die GKV konsequenter als bisher auf Leistungen im Krankheitsfall beschränkt. Dann ließen sich manche Angebote ganz aus dem GKV-Leistungskatalog herausnehmen, darunter versicherungsfremde Leistungen wie beispielsweise häusliche Krankenpflege, das Mutterschaftsgeld oder auch medizinische Vorsorge- beziehungsweise Rehabilitationsleistungen für Eltern. Die GKV sollte nach Beskes Ansicht zudem kein Geld für Patientenberatung und -information ausgeben, ebenso wenig für Selbsthilfeförderung, Primärprävention oder Kuren.
Andere Leistungen sollten in engeren Grenzen gewährt werden, so Heil- und Hilfsmittel oder Leistungen der medizinischen Rehabilitation. Für die psychotherapeutische Behandlung schlägt Beske vor, sie in die Wirtschaftlichkeits- und Plausibilitätsprüfung einzubeziehen und pro Sitzung eine Zuzahlung von zehn Euro zu verlangen.
Beske regt zudem an, eine Standardversorgung zu definieren, die ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich ist. Alles Weitere sollten Versicherte als Wunschversorgung privat finanzieren. Der Wissenschaftler hält dies für einen konsequenten Ansatz in einem Solidarsystem: Der Einzelne müsse die Gewissheit haben, „dass dann, wenn er ernsthaft erkrankt ist, das Notwendige geleistet wird“.
Die Studie kann bestellt werden unter info@igsf-stiftung.de oder unter der Telefonnummer 04 31/80 06 00. Rie
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