ArchivDeutsches Ärzteblatt50/2006Ist auch ein kranker Mann ein Mann?

POLITIK

Ist auch ein kranker Mann ein Mann?

Dtsch Arztebl 2006; 103(50): A-3382 / B-2944 / C-2824

Merten, Martina

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LNSLNS „Ich will. Ich kann. Mit Leib und Seele Mann.“ Selbst Jahre nach den ersten Diskussionen über Männergesundheit bedürfe es noch immer plakativer, alter Rollenmuster – wie in diesem Werbeslogan für das Potenzmittel Viagra –, um das männliche Geschlecht für das Thema Gesundheit empfänglich zu machen, stellte Thomas Altgeld, Geschäftsführer der Landesvereinigung für Gesundheit Niedersachsen, während des Kongresses heraus. Tatsächlich habe sich am „Gesund­heits­förder­ungsparadox“ in den vergangenen Jahren nicht viel geändert: Obwohl Männer über eine deutlich geringere Lebenserwartung als Frauen verfügen, leichter Gesundheitsrisiken eingehen und höhere Prävalenzraten für einige Erkrankungen aufweisen, werden geschlechtsspezifische Angebote eher für Frauen als für Männer konzipiert. „Die traditionelle Männerrolle ist nach wie vor an Leistung, Härte, Macht, Distanz und Konkurrenz gekoppelt“, so der Diplom-Psychologe. Das Gesund­heits­förder­ungsparadoxon zu überwinden sei insbesondere bei männlichen Arbeitslosengeld-II-Empfängern in höheren Lebensjahren und bei Jungen aus bildungsfernen Schichten notwendig. Denn: Jungen litten grundsätzlich häufiger unter Asthma oder an einem hyperaktiven Syndrom und seien von Adipositas betroffen. Hinzu komme, dass neue Armutslagen bereits in früher Kindheit zu einer Spirale führten, der Jungen nicht mehr entkommen könnten. 65 Prozent der Schulabbrecher sind Altgeld zufolge männlich, viele finden danach keinen Arbeitsplatz und sind auf Sozialleistungen angewiesen. Durch frühe Elternschaft gewinne die neue Armutslage an Brisanz. MM
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