ArchivDeutsches Ärzteblatt50/2006Epiduroskopie: Falsche Hoffnungen
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. . . Der Report wird bei chronisch Schmerzkranken falsche Hoffnungen wecken und einseitig interventionell ausgerichteten Anästhesisten, Neurochirurgen, Radiologen und Orthopäden neue Impulse liefern. Die zuvor vergleichbar euphorisch bejubelten intrathekalen Verfahren, wie die „epidurale Neuroplastie nach Racz“ oder die intrathekale Opioidbehandlung bei chronisch Schmerzkranken, haben sich als gefährlich und wenig wirksam erwiesen. Die Behauptung, dass der Nachweis von Narben oder Adhäsionen „häufig die Ursache nicht erklärbarer Schmerzsymptome entlarvt“, ist ein widerlegter Mythos. Schon 2003 hat die BÄK zu einem ähnlichen Verfahren umfangreich in einem HTA-Bericht Stellung genommen und ausgeführt: „Eine signifikante Korrelation zwischen Beseitigung des Passagehindernisses und der Schmerzreduktion konnte in den recherchierten Veröffentlichungen jedoch nicht nachgewiesen werden.“ Der therapeutische Nutzen der nicht gerade preiswerten epiduroskopischen Adhäsiolyse ist trotz vieler Anekdoten unbelegt. In der einzigen randomisiert kontrollierten Studie konnte keine Überlegenheit der epiduroskopisch applizierten Kortikoid-Gabe gezeigt werden. Wenn dennoch von „erfolgreicher Behandlung von mehr als 1 500 Patienten“ berichtet wird, stellt sich erstens die Frage, warum diese Erfolge unpubliziert bleiben und nicht in eine randomisierte Studie einfließen, zweitens aber vor allem nach der Indikationsstellung für dieses Verfahren. Die Therapieresistenz von Rückenschmerzen ist überwiegend aus psychosozialen Belastungsfaktoren erklärbar . . .
Literatur bei dem Verfasser
Prof. Dr. C. Maier,
Berufsgen. Kliniken Bergmannsheil,
Klinikum der Ruhr-Universität Bochum,
Bürkle-de-la-Camp-Platz 1, 44789 Bochum
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