ArchivDeutsches Ärzteblatt50/2006Nutzenbewertung der Statine unter besonderer Berücksichtigung von Atorvastatin – Stellungnahme einer Gruppe von Kardiologen zu einer Veröffentlichung des IQWIG und dessen Entgegnung: Nachteile

MEDIZIN: Diskussion

Nutzenbewertung der Statine unter besonderer Berücksichtigung von Atorvastatin – Stellungnahme einer Gruppe von Kardiologen zu einer Veröffentlichung des IQWIG und dessen Entgegnung: Nachteile

Jockenhövel, Friedrich

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LNSLNS Der Beitrag von Böhm et al. ist sehr zu begrüßen, weil hier unabhängige Experten fundiert Stellung beziehen. Dennoch bleibt die unmittelbare Auseinandersetzung mit dem so genannten Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) fruchtlos und verzehrt nur Energien, zumal uns Ärzten dabei immer eigennützige Interessen unterstellt werden. Es ist doch gerade die Aufgabe des IQWiG, Therapieoptionen einzuschränken. Eigens dafür wurde es von der Politik und den Krankenkassen gegründet. Entsprechend kommen die Mit- und Zuarbeiter des IQWiG nur dem Auftrag ihres Brötchengebers nach. Denn so wie das IQWiG aus dem Nichts geschaffen wurde, kann es auf Wunsch der Auftraggeber auch jederzeit wieder im Nichts verschwinden, wenn es nicht den gewünschten Zweck erfüllt. Den Mitarbeiter desIQWIG bleibt daher gar nichts anderes übrig, als das, was sie gerade tun: Therapieoptionen einschränken.
Die nachteiligen Folgen der Tätigkeit des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen tragen leider die Patienten. Ärzte sind allerdings weder deren Vormund, noch deren Vorkämpfer, sondern eher deren Berater. Daher sollten wir den Patienten über verfügbare Therapieoptionen informieren, basierend auf den Leitlinien der Fachgesellschaften. Die Fachgesellschaften – und hier sehe ich unsere Aufgabe als Ärzte in diesem Kontext – sind aufgefordert, objektive, optimale und aktuelle Leitlinien, Therapieempfehlungen und Konsensusbeschlüsse zu formulieren. Den Patienten und ihren Vertretern in Selbsthilfeorganisationen bleibt es überlassen, ihre Ansprüche gegenüber ihren Versicherern durchzusetzen. Wir Ärzte können nur die Munition für den Kampf liefern, kämpfen für ihre Rechte müssen die Patienten schon selbst. Schließlich finanzieren sie die über 220 Krankenkassen Deutschlands – und auch das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen.

Prof. Dr. med. Friedrich Jockenhövel
Evangelisches Krankenhaus
Innere Medizin – Endokrinologie
Wiescherstraße 24
44623 Herne
E-Mail: f.jockenhoevel@EVK-Herne.de

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