ArchivDeutsches Ärzteblatt50/2006Nutzenbewertung der Statine unter besonderer Berücksichtigung von Atorvastatin – Stellungnahme einer Gruppe von Kardiologen zu einer Veröffentlichung des IQWIG und dessen Entgegnung: Quantensprung

MEDIZIN: Diskussion

Nutzenbewertung der Statine unter besonderer Berücksichtigung von Atorvastatin – Stellungnahme einer Gruppe von Kardiologen zu einer Veröffentlichung des IQWIG und dessen Entgegnung: Quantensprung

Dtsch Arztebl 2006; 103(50): A-3423 / B-2980 / C-2858

Piechowiak, Helmut

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Die Diskussion um das Gutachten des IQWiG zur Nutzenbewertung der Statine ist ein Quantensprung in der wissenschaftlichen und öffentlichen Auseinandersetzung innerhalb der Ärzteschaft zu Fragen der Arzneimittelversorgung.
Sie macht auf vier Seiten deutlich, wie dringend diese Gesellschaft zum einen den „Gemeinsamen Bundes­aus­schuss“ und zum anderen das „IQWiG“ – eine Instanz, die ohne Verbindungen zur Pharma-Industrie streng wissenschaftlich vorgeht, analysiert und das Ergebnis zur Diskussion stellt – gebraucht hat.
Gleichwohl dürften die Ausführungen der Kardiologen-Gruppe viele Leser nachdenklich gemacht haben. Wie schwach, so fragt man sich, scheinen die Argumente in der Sache und hinsichtlich des methodischen Designs des IQWiG-Gutachtens zu sein, wenn bereits die ersten vier Punkte des Kardiologen-Beitrags lediglich formale Verfahrensmängel rügen. Die wird man zudem in Zukunft noch berücksichtigen können. Im Übrigen steht das Gutachten doch zur Diskussion, – öffentlich, nicht in irgendwelchen Zirkeln. Ob es wirklich besser ist, wenn vorher alle möglichen Gruppen und Gesellschaften gehört wurden und die Gutachten „stromlinienförmig(er)“ werden, mit dem Ergebnis, dass die öffentliche Diskussion danach nicht mehr wahrgenommen wird, wage ich zu bezweifeln. Die Antwort des IQWiG ist bemerkenswert klar und eindeutig ausgefallen.
Und einige weitere Fragen stellen sich: Können Wissenschaftler, die über derartig umfangreiche Kontakte zur Pharmaindustrie verfügen, wie hier zum Teil ausgewiesen, wirklich wissenschaftlich unabhängig sein und bleiben? Ist angesichts der zahllosen materiellen und immateriellen Zuflüsse nicht jeder in seiner Un- oder Überparteilichkeit überfordert? Und muss man nicht spontan den Wunsch haben, dass mehr IQWiG-Mitglieder, oder andere unabhängige Wissenschaftler, auch in den Gremien der Leitlinien-Prüfer und den Ausschüssen der Fachjournale mitwirken?

Dr. med. Helmut Piechowiak
Liesl-Karlstadt-Straße 6
85757 Karlsfeld
E-Mail: hpiechowiak@freenet.de

Interessenkonflikt
Die Autoren aller Diskussionsbeiträge erklären, dass kein Interessenkonflikt im Sinne der Richtlinien des International Committe of Medical Journal Editors besteht.

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.