ArchivDeutsches Ärzteblatt8/1996Vitamin E und kardiale Spätschäden: Hinweise auf eine schützende Wirkung

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Vitamin E und kardiale Spätschäden: Hinweise auf eine schützende Wirkung

Blaeser-Kiel, Gabriele

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LNSLNS Auf der Suche nach den Ursachen des erhöhten kardiovaskulären Risikos bei Diabetikern richtet sich das Interesse heute immer häufiger auf das Phänomen "oxidativer Streß". Dabei geht man davon aus, daß es in Relation zu steigenden Konzentrationen von Blutglukose und glykiertem Hämoglobin zu einer vermehrten Synthese von freien Sauerstoffradikalen und einer gesteigerten Oxidation von LDL-Partikeln kommt.


Antioxidans
Diese Mechanismen scheinen funktionelle und strukturelle Veränderungen an den Gefäßen zu begünstigen und sich negativ auf die zellulläre Hämostase auszuwirken. Vitamin E könnte in seiner Funktion als Antioxidans oder Membranstabilisator einen protektiven Effekt haben, hieß es bei einem von Asta-Medica initiierten Pressegespräch in Hamburg.
Experimentelle Daten zeigen, daß diese Hoffnung berechtigt ist. Bei Tieren regenerieren sich nach Gabe von Vitamin E die endothelialen Funktionen, und die Adhäsionsneigung und Aggregabilität von Thrombozyten und Monozyten nimmt ab. Um beim Diabetiker den gleichen Effekt zu erreichen, müßten wahrscheinlich Tagesdosen von 400 bis 800 IE verabreicht werden. Klinische Daten aus randomisierten und kontrollierten Studien liegen allerdings bisher nicht vor.
Man stützt sich heute vornehmlich auf zwei große Studien, die in den USA mit Unterstützung des "National Institute of Health" bei fast 130 000 Angehörigen des Gesundheitswesens durchgeführt worden waren. In beiden Untersuchungen war eine Assoziation zwischen einer täglichen Vitamin-E-Zufuhr von mehr als 100 IE über mindestens zwei Jahre und einer geringeren Inzidenz von koronarer Herzkrankheit erkennbar. Die Autoren betonen in ihren Schlußfolgerungen allerdings, daß man aus diesen sehr vielversprechenden Ergebnissen noch keine Ursache-Wirkung-Beziehung ableiten könne und vor endgültigen Empfehlungen weitere Studien abwarten müsse.
Gabriele Blaeser-Kiel

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