ArchivDeutsches Ärzteblatt51-52/2006Slowenien: Nicht ganz so trüb
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Ein übersichtlicher und offensichtlich gut gemeinter Beitrag vermittelt leider durch einige unkorrekte Angaben und Zahlen ein dem tatsächlichem Zustand nicht entsprechendes Bild des Gesundheitswesens in diesem neuen EU-Land. Deswegen erlauben Sie mir, dieses trübe Bild mit folgenden Korrekturen aufzuklären:
– Ein Assistenzarzt ohne Fachausbildung fängt in Slowenien mit einem Gehalt von mehr als 330 000 SIT (slowenische Tolar) –1 375 Euro netto – an, Dienste nicht eingerechnet, und nicht wie angegeben mit 900 Euro brutto. Die Hausärzte verdienen nicht weniger als 450 000 SIT (1 875 Euro netto) und die Fachärzte, ohne Dienste, nicht weniger als 650 000 SIT (2 700 Euro netto). Die neulich in den Tageszeitungen veröffentlichen Gehälter der Chefärzte in slowenischen Krankenhäusern und Gesundheitsheimen wiesen alle Beträge über 800 000 SIT (3 330 Euro netto) aus. Obwohl niedrig, verglichen mit den Gehältern der Ärzte in Deutschland, weisen diese Zahlen bereits die Verdoppelung der Zahlen in Ihrem Beitrag aus.
– Obwohl alle notwendigen Leistungen über die staatliche Kran­ken­ver­siche­rung abgedeckt werden, erteilte bereits 2005 diese Ersatzkasse für Slowenien 1 286 Zulassungen (Konzessionen), die 2005 11,46 Prozent aller ärztlichen Leistungen abdeckten. Dabei ist die „Notwendigkeit“ sicherlich nicht so weit gefasst wie in Deutschland. Diese Zahlen belegen allerdings, dass der im Beitrag verneinte Bedarf nach den Privatpraxen besteht und steigt . . .
– Die Angaben über die Investitionen in dem Uniklinikum in Ljubljana treffen so nicht zu: So wurden z. B. in diesem Haus nur im Jahr 2004 38 modernste OP-Tische der Fa. Maquett aufgestellt, 2006 kommen weitere zwölf Tische hinzu. Das Haus wurde durch die moderne OP-Technik bereits im Jahre 2000 auf den hohen Eurotransplant-Standard gebracht . . . Dies alles steht in klarem Widerspruch zu der Aussage im Beitrag, dass „in dem Haus in den letzten 20 Jahren nichts investiert wurde“. Vermutlich sind diese Fehler im Beitrag durch sprachliche Missverständnisse zustande gekommen.
Andrej Pitako, Rechtsanwalt, Kolodvorska ul. 7/I, 1000 Ljubljana
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