ArchivDeutsches Ärzteblatt51-52/2006Keine gesünderen Knochen durch Calcium

MEDIZIN: Referiert

Keine gesünderen Knochen durch Calcium

Dtsch Arztebl 2006; 103(51-52): A-3494 / B-3044 / C-2920

Seger, Gabriele

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LNSLNS Calcium schützt Kinder nicht vor Knochenbrüchen. Dies ist zumindest das Ergebnis einer Metaanalyse randomisierter kontrollierter Studien.
Die Autoren gingen den Fragen nach, ob die Ergänzung von Calcium die Knochendichte bei gesunden Kindern verbessert und ob nach Beendigung der Calciumgabe ein Effekt bestehen bleibt. Einschluss in die Erhebung fanden 19 placebokontrollierte Untersuchungen mit einer Laufzeit von mindestens drei Monaten und einer Nachbeobachtung von mindestens sechs Monaten mit abschließender Bestimmung der Knochendichte. Damit erfassten die Autoren die Daten zu 2 859 Kindern. 1 367 Probanden bekamen Calcium, 1 426 erhielten ein Placebo, 66 Teilnehmer brachen die Untersuchung ab. Die Dosis der täglichen Calciumzufuhr betrug 300 bis 1 200 mg. Das längste Follow-up dauerte sieben Jahre. Die zusätzliche Calciumgabe hatte keinen Effekt auf die Knochendichte von Schenkelhals oder Lendenwirbelsäule. Eine geringe Wirkung verzeichnete man auf den Gesamtknochenmineralgehalt im Körper (standardisierter mittlerer Unterschied [SMD]: 0,14; 95-Prozent-Konfidenzintervall [KI]: 0,01 bis 0,27) und die Knochendichte in den oberen Extremitäten (SMD: 0,14; KI: 0,04 bis 0,24). Nach Beendigung der Calciumergänzung blieb der Effekt nur für die Knochenbeschaffenheit der Arme nachweisbar. Geschlecht, Grundversorgung mit Calcium, Ethnizität oder sportliche Aktivität beeinflussten die Wirkung nicht. Die Autoren schlussfolgern, dass der geringe Effekt, den eine Calciumzufuhr auf die Knochendichte hat, vermutlich nicht zu einem nennenswert verminderten Frakturrisiko führt. Se

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