ArchivDeutsches Ärzteblatt51-52/2006Filmkalender: Im Kino andere Welten entdecken

KULTUR

Filmkalender: Im Kino andere Welten entdecken

Dtsch Arztebl 2006; 103(51-52): A-3499

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LNSLNS Vom Spiel um Freiheit, Macht und Liebe – das Deutsche Ärzteblatt stellt alle vier Wochen eine Auswahl sehenswerter Neustarts vor.

Foto: Vitus Film GmbH
Foto: Vitus Film GmbH
Drama
Ab 21. Dezember 2006:
Vitus
In der Schweiz war die eigenwillige Geschichte um ein Wunderkind – der aktuelle Oscar-Vorschlag des Landes – ein Kassenhit: Der sechsjährige Vitus (Fabrizio Borsani) spielt virtuos Klavier, liest sich durch den Brockhaus und überfordert seine Eltern. Doch die Karrierepläne der Mutter (Julika Jenkins) und das Außenseitertum an der Schule hinterlassen Spuren: Mit 12 Jahren rebelliert Vitus (Teo Gheorghiu). Nur bei seinem Opa (Bruno Ganz), einem schreinernden Flugzeugnarr, findet er die vermisste Freiheit – und entwickelt einen blitzgescheiten Plan, dem Druck zu entkommen.
Schweiz 2006, 120 Minuten, ab 6 Jahre

Ab 28. Dezember 2006:
The Wind that Shakes the Barley
Zum ersten Mal seit „Land and Freedom“ kehrt Ken Loach, Britanniens ewiger Kämpfer wider soziale Ungerechtigkeit, in die Vergangenheit zurück. Sein eindringliches Drama über zwei Brüder in den Wirren des irischen Befreiungskampfes wurde in Cannes mit der Goldenen Palme 2006 prämiert. Nachdem er Zeuge von zwei gewalttätigen Übergriffen britischer Soldaten geworden ist, schlägt sich Damien O'Donovan (hervorragend: Cillian Murphy) 1920 auf die Seite seines Bruders Teddy und geht als Mitglied der Irish Republican Army zur Gegenwehr gegen die Besatzer über. Als Damien im Zuge des Guerillakampfes gezwungen wird, einen Jugendfreund als Verräter hinzurichten, gibt es für ihn keinen Weg mehr zurück.
Frankreich/Irland/Großbritannien 2006, 127 Minuten, ab 12 Jahre

Ab 4. Januar 2007:
Das Spiel der Macht
Willie Stark (Sean Penn) ist ein aufstrebender Politiker im amerikanischen Süden, der sich mit aller Macht gegen das korrupte politische Establishment stemmt. Doch je weiter sich der charismatische Macher nach oben kämpft, desto mehr verliert er seine Unschuld. Auf dem Posten des Gouverneurs angekommen, ist er schließlich so wie die, die er bekämpfen wollte. Er gerät in eine Schlammschlacht um seine Jugendliebe Anne (Kate Winslet). Steven Zaillians Remake von Robert Rossens Politthriller „Der Mann, der herrschen wollte“ (1949) besticht durch hervorragende Hauptdarsteller, darunter auch Jude Law als desillusionierter Reporter.
USA 2006, 128 Minuten, ab 12 Jahre

Ab 11. Januar 2007:
The Queen
Stephen Frears akribisch recherchiertes Drama nimmt den Tod von Lady Di zum Anlass, um hinter die Kulissen des britischen Königshauses zu schauen. Neben dem ausgezeichneten Script von Peter Morgan profitiert der Film von der Besetzung der Titelrolle. Helen Mirren ist die Queen, in jeder Geste, jedem Blick. Die diesjährige Biennale-Jury prämierte sie mit dem „Coppa Volpi“ für die beste weibliche Schauspielleistung, Morgan erhielt den Drehbuchpreis.
Großbritannien 2006, 97 Minuten

Komödie/Satire
Ab 11. Januar 2007:
Mein Führer – Die wirklich wahrste Wahrheit über Adolf Hitler
Schluss mit Political Correctness. Dani Levy liefert nach seinem Überraschungshit „Alles auf Zucker!“ die satirisch-subversive Antwort auf den Film „Der Untergang“: Es steht schlecht ums Reich Ende 1944. Propagandaminister Goebbels weiß Rat: Hitler muss am Neujahrstag eine mitreißende Rede halten, die Massen noch einmal mobilisieren. Der jüdische Schauspiellehrer Prof. Adolf Grünbaum wird aus dem KZ geholt, um den widerspenstigen Führer (Helge Schneider) binnen fünf Tagen in puncto Ansprache in Höchstform zu bringen.
Deutschland 2006, 90 Minuten

Ab 18. Januar 2007:
Chanson d’Amour
Die beiden Hauptdarsteller Gérard Depardieu und Cécile de France machen Xavier Giannolis subtile Liebesgeschichte zwischen einem alternden Schnulzensänger und einer jungen Immobilienmaklerin zu einer bewegenden emotionalen Reise und Milieustudie.
Frankreich 2006, 118 Minuten


DVD-Tipp

Fotos: Philip-Göring-Filmproduktion
Fotos: Philip-Göring-Filmproduktion
Die große Stille
Die beeindruckenden Bilder aus dem legendenumwobenen Kloster La Grande Chartreuse in den französischen Alpen wurden Anfang Dezember mit dem Europäischen Filmpreis als beste Dokumentation des Jahres 2006 ausgezeichnet. Philip Gröning, Düsseldorfer Filmemacher und studierter Mediziner und Psychologe, durfte sechs Monate lang in die geheimnisvolle Welt des Glaubens eintauchen. Er begleitete das Leben der Karthäusermönche, das vom strikten Gebot des Schweigens bestimmt ist.
„Ein großartiger Film über die Menschlichkeit und unsere gemeinsamen europäischen Wurzeln“, urteilte die Jury.
161 Minuten, 17,99 Euro (Amazon)
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