ArchivDeutsches Ärzteblatt51-52/2006Telemedizin: Verbesserte Schlaganfall-Prognose

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Telemedizin: Verbesserte Schlaganfall-Prognose

Dtsch Arztebl 2006; 103(51-52): A-3501 / B-3050 / C-2926

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Telemedizinischer Arbeitsplatz, wie er im bayerischen Projekt TEMPiS eingesetzt wird. Foto: Städtisches Klinikum München GmbH
Telemedizinischer Arbeitsplatz, wie er im bayerischen Projekt TEMPiS eingesetzt wird. Foto: Städtisches Klinikum München GmbH
Durch die telemedizinische Anbindung regionaler Krankenhäuser an überregionale Schlaganfallzentren kann die Überlebenschance von Schlaganfall-Patienten in ländlichen Gebieten gesteigert und das Risiko auf Behinderung erheblich verringert werden. Dies ist das Ergebnis eines telemedizinischen Pilotprojektes zur integrierten Schlaganfallversorgung „TEMPiS“ in der Region Süd-Ost-Bayern. Aufgrund der ausgewiesenen Erfolge ist das Projekt bereits seit Januar 2006 in die Regelversorgung des Flächenstaates Bayern übernommen worden.
Im neuen High-Tech-Versorgungssystem sind zwölf regionale Kliniken mit den beiden Schlaganfall-Zentren in München-Harlaching und der Universität Regensburg per Video- und Bildübertragung miteinander vernetzt. Jedes der Krankenhäuser wurde im Aufbau einer Schlaganfall-Schwerpunktstation unterstützt. Für eine erste Auswertung wurden 22 Monate lang die Behandlungsergebnisse aus fünf TEMPiS-Kliniken und fünf vergleichbaren regionalen Krankenhäusern ohne entsprechende Einrichtung verglichen. Das Resultat: Für die TEMPiS-Patienten hat sich eine hoch signifikante Prognoseverbesserung für das kombinierte Behandlungsergebnis Sterblichkeit, Pflegeheimversorgung und schwere Behinderung gezeigt. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Lancet Neurology veröffentlicht. TEMPiS ermöglicht ein schnelleres Eingreifen nach einem Schlaganfall, sichert die Verfügbarkeit von Experten und spart Kosten im Gesundheitssystem ein.
Die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe fordert deshalb eine bundesweite Einführung für Regionen, die noch nicht ausreichend durch Stroke Units abgedeckt sind. Gemeinsam mit den bayerischen Krankenkassen, dem bayerischen Sozialministerium und den beteiligten Kliniken hat die Stiftung das neue Verfahren vor drei Jahren initiiert. Inzwischen stößt das Projekt auch auf internationales Interesse. So kommen Anfragen aus dem europäischen Ausland, Kuba und den USA. EB
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